Sep 092010
 

Am Ende des Berichtes findet ihr den Link zur Fotoseite (Diashow)!

Nach Norwegen sollte es schon lange mal gehen. Ende August 2010 sollte es dann endlich losgehen. Vom 27.9. – 29.9 waren wir noch auf nem BMW Treffen und anschließend ging es mit Roy los Richtung Norwegen…

Warten auf die Fähre auf Fehmarn

Wir haben dann eine Nacht bei Roy und seiner Frau verbracht und sind am Montag Mittag losgefahren. Roy hat uns noch ein paar Tips gegeben, wo wir langfahren könnten aber wir haben ziemlich schnell gemerkt, dass es relativ egal ist, wo man lang fährt…. es ist einfach überall geil! Man muss sich nur von den Ballungszentren fernhalten und davon gibt es ja nicht so viele.

Als erstes sind wir nämlich wirklich durch Oslo gefahren, um nach Drammen zu gelangen. Dort gibt es einen Spiralförmigen Tunnel, der auf einen Berg führt.

Tag1-Spiralen

Der Ausblick von dort oben:

Tag1-Ausblick Spiralen

Bei Rjukan haben geschlafen auf einem Campingplatz. Am nächsten Tag sind die die Straße 37 gefahren. Es war ziemliches Sauwetter, sehr schlechte Sicht und so haben wir nach 45km die erste Rast eingelegt. Ich schaue so zu den beiden Mopeds und erst beim Zweiten Blick fällt mir auf, dass bei Kai der rechte Koffer fehlt. Er muss ihn während der Fahrt verloren haben. Wir sind die Strecke zurück gefahren. Leider haben wir nichts gefunden und sind dann die Strecke nochmal hin und her gefahren und haben die Straßengräben abgesucht… nichts. Die Polizei hatte nicht mehr geöffnet, daher sind wir wieder auf den Campingplatz und haben diesmal eine Hütte genommen. Dort haben wir das von der Nacht nasse Zelt getrocknet. Kai ist dann nochmal losgefahren, um einzukaufen und auf dem Rückweg auf der Einfahrt zum Campingplatz ging dann sein Moped einfach aus….. Also mussten wir uns auch noch darum kümmern. Zum Glück gab es auf dem Platz Internet und mit meiner Vorarbeit und der Hilfe des weltbesten Forums war ziemlich schnell die Einspritzdüse vom vierten Zylinder als Bösewicht ausgemacht. Diese scheint bei viel Nässe einen Masseschluß mit dem Motorblock zu haben und lässt dann alle vier Einspritzdüsen ausfallen….. ich habe die Düse nun mit Isolierband isoliert und bisher funktioniert es ganz gut!

Am nächsten Tag ging es weiter….. was soll ich sagen, Kurven über Kurven,nicht immer der beste Straßenbelag, oft rissig und wellig aber trotzdem herrlich. Und Seen über Seen…..

Tag3-Bergstrasse

Tag3-Strasse_See

Nachdem wir dann noch Ziegen auf nem Dach gesehen haben

Tag3-Ziegendach

und uns den Wasserfall angeschaut haben

Tag3-Wasserfall

Haben wir unsere ersten Fjorde gesehen, den Sorfjord und den Eidfjord, an dessen Ende (etwas im Wald an einem kleinen Bach) wir unser erstes Wildnachtlager aufgeschlagen haben:

Tag3-Nachtlager

Tag3-Nachtlager2

Tag3-Nachtlager3

Tag3-Nachtlager4

Von dort aus sind wir auf teils engen Straßen nach Voss gefahren und haben einen Hinterreifen für Kai gesucht.

Tag4-Bergstrasse2

Per Internet kamen wir schließlich auf einen Reifenhändler in Bergen, der einen passenden Reifen vorrätig hatte. Hier haben wir unsere erste und einzige schlechte Erfahrung in Norwegen gemacht. Vorher haben wir uns aber ein wunderschönes Nachtlager an einem abgelegenen See gesucht. Das Feuerholz war trocken und das Wasser kalt….. 😉

Tag4-Nachtlager Hamlagro Vatnet2

Tag4-Nachtlager Hamlagro Vatnet3

In Bergen angekommen ging es dann zum Reifenwechsel. Außer das der Reifen nun teurer war als am Telefon wurden uns umgerechnet 50€ für eine 1/2 Stunde Arbeit berechnet, weil eine Schraube am Auspuff ausgetauscht werden musste. Der Mechaniker war aber so fix mit dem Moped wieder da, dass er sicher nicht ausbohren musste….. Hätten wir ausreichend Bargeld dabei gehabt, so hätte ich nur den Reifenpreis bezahlt. Da wir aber mit Karte zahlen mussten, machte es wenig Sinn nen Aufstand zu machen, da wir auch irgendwann wieder weg wollten…..

Als wir endlich aus Bergen raus waren ging es auf teils engen aber immer geschwungenen Straßen entlang am Samangerfjord, am Eikelandsfjord zum Fusafjord, wo wir auf einem preiswerten aber sehr gepflegten Campingplatz zwei Tage blieben, da unsere Klamotten gewaschen werden mussten.

Tag5-Serpentinen

Tag5_Strasse

Auch hier gab es wieder einen wunderbaren Ausblick auf den Fusafjord.

Tag5-Fusafjord

Den Waschtag haben wir dann mit Angeln verbracht und in gut 2 Stunden vier Forellen gefangen. Der See lag im Nirgendwo und es war vor dem Angelvergnügen ein einstündiger Fußmarsch teils steil bergauf erforderlich. Aber der Nachmittag war super, einsam und in wunderschöner Natur. Mangels Kohle gab es die Forellen aber erst am nächsten Tag.

Tag6-Angeln

Weiter ging es dann immer den Hardangerfjord entlang auf der Straße 48/49 mit der Fähre nach Rosendal weiter über Sunda und Olen nach Sand, wo wir den günstigste Campingplatz für 60 Kr bekommen haben. Dort gab es vom Betreiber noch einen Einweggrill auf dem wir dann die Forellen vom Vortag gemacht haben. Einfach nur Salz und Pfeffer und die waren saulecker!

Tag7-Fähre Hardangerfjord4

Tag7-Forellen

Morgens dann am Sandsfjord entlang, weiter auf der Straße 13 Richtung Preikestolen.

Tag8-Tyssefjord2

Tag8-Tyssefjord3

Eigentlich wollte ich da unbedingt mal hinauf. Allerdings hatten wir langsam etwas Zeitdruck und der Aufstieg von gut 2 Stunden über nicht ganz einfaches Gelände in Mopedklamotten war dann doch nicht so reizvoll.

Tag8-Preikestolenparkplatz

Das nächste Mal mit mehr Zeit ist er aber Pflicht. So sind wir dann direkt über die Brücke am Eingang zum Lysefjord nach Forsand gefahren, um dort die Fähre nach Lysebotn zu nehmen.

Tag8-Lysefjord Eingang

Der Lysefjord ist so felsig und steil, dass es dort nur sehr wenige Häuser direkt am Wasser gibt, die nur über Wanderwege oder über Wasser zu erreichen sind. Gigantisch, wie sich die Felsen aus dem Wasser erheben und den schmalen langgezogenen Fjord abgrenzen.

Tag8-Lysefjord4

Tag8-Lysefjord7

Der pfeifende Wind in dieser Schlucht und die 47km/h schnelle Fähre sorgten dafür, dass einem der Kaffee aus dem Becher geweht wurde. Hinter jeder Biegung taten sich neue Felswände auf bis wir schließlich das Ende mit dem Ort Lysebotn erreichten. Dort haben wir den freundlichen Campingplatz genutzt. Eigentlich wollten wir noch weiter fahren und wieder an einem See campen. Das wäre allerdings fatal gewesen, denn die Straße von Lysebotn führt über ein Bergmassiv, auf dem es am nächsten Morgen verdammt kalt war….. Offensichtlich wird der Campingplatz von einem Basejumper betrieben, bzw. steht mit dem Basejumpen in enger Verbindung. Der Wind, der durch die Schlucht des Lysefjordes pfeift veranlasste uns dazu, unser Zelt dieses mal abzuspannen und das war auch gut so. Dafür hatten wir am nächsten Tag aber erstmalig ein trockenes Zelt.

Tag8-Lysefjord Nacht

Tag 9 bedeutete rund 500km zu Roy zurück zu fahren, also standen wir früh auf und kamen auch gegen 09:00 Uhr los. Erstmal über das Bergmassiv hinter Lysebotn. Dort oben war es bitterkalt und ein ständiger Nieselregel verschlechterte die Sicht.

Tag9-Lysebotn 1

Eine unwirtliche aber reizvolle Gegend.

Tag9-Lysebotn

Anschließend führte die Rückfahrt über Dalen, Seljord, die Straße 37 nach Kongsberg und dann recht langweilig über Drammen nach Oslo. Endlich aus Oslo raus wurden die Straßen wieder kurviger und führten durch Wälder nach Skotterud zu Roy. Dort haben wir abends noch lange gesessen und unser erlebtes erzählt und uns über Gott und die Welt unterhalten.

An Tag 10 war dann der wirklich lange Rückweg an der Reihe. Ich hatte ziemliche Bedenken, ob meine abgefahrenen Reifen die Strecke von knapp 1000km noch durchhalten. Die Lösung vorweg, sie haben durchgehalten. Erst ging es einmal quer durch Südschweden, westlich am Vänern vorbei und dann auf der Europastraße 6 ziemlich unspektakulär nach Trelleborg. Dort haben wir noch Lebensmittel eingekauft und die Fähre nach Rostock knapp verpasst, da wir irgendwie eine andere Abfahrtzeit im Kopf hatten. Also haben wir zwei Stunden gewartet

tag9-Trelleborg

und sind dann über Sassnitz nach knapp 20 Stunden in Berlin eingetroffen.

Eine herrliche Reise und sicher nicht die letzte nach Norwegen!

Diashow Norwegenreise

Jun 062010
 

Also gestern habe ich ja fast an eine Verschwörung geglaubt……

Ich habe an meiner recht neuen K einen Zusatzscheinwerfer über einen extra Schalter geschaltet. An diesem kommt geschaltetes Plus an und zwar nur dann, wenn Abblendlicht an ist. Alles sehr vorbildlich über ein Relais geschaltet. An dieses Plus habe ich vor einigen Wochen noch mein Navi geklemmt. Als ich aus Holland auf der Heimreise war, war plötzlich die Ladespannung fürs Navi weg. Da ich kein Werkzeug dafür dabei hatte, habe ich an einer Tankstelle mit Werkstatt gehalten und der nette Mechaniker hat mir dann schnell ne neue Plusleitung von einer ebenfalls in der Prallplatte verbauten Steckdose gelegt. Soweit alles gut und lief bis gestern. Da wollte ich nämlich alles schön und neu verkabeln.

Also alles getrennt und mir Gedanken gemacht, wie ich das anstelle. Bei der Gelegenheit habe ich gleich ein Kabel an den Warnblinklichtschalter gelötet, welches abgerissen war. Nun schalte ich die Zündung an, um nochmal zu messen wo Plus ankommt, sehe ins Cockpit und das Fernlicht brennt dauerhaft. Hä? Also die gesamte Schaltung dieses Zusatzscheinwerfers nachverfolgt, vom Schalter zum Hauptscheinwerfer, dort wird das geschaltete Plus abgenommen und alles über ein unter dem rechten Kniekissen versteckten Relais geschaltet. Gleichzeitig wird von der Batterie nochmal Daureplus und vom Getriebemassepunkt Masse geholt….. irgendwann bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass da der Fehler nicht liegen kann.

Also mal den Fernlichtschalter demontiert und da war es….. eine Lötstelle war so fett, dass sie mit einem anderen Kontakt Masse geschlossen hat. Das beseitigt und siehe da, Fehler mit dem Fernlicht weg. Dafür ging etwa 5 Minuten später das Abblendlicht nicht mehr…… OK hier war es dann nur die H4 Lampe……..

Aber so drei völlig voneinander unabhängige Fehler sind schon komisch, gelle……. so nun fehlt mir noch ein Kabelschuhverteiler und dann funzt alles wieder. Habe mir dann gestern noch einen Sortierkasten mit 3000 Kabelverbindern betsellt….. alles was das Herz begehrt, von Flachsteckern über Rundstecker, Ringösen usw. usw…….. Geht ja nicht, dass ich immer dem Carlo die Vorräte klaue……

Mai 302010
 

Nachdem ich nun schon sowas repariere, könnt ihr mir auch eure Waschmaschinen, Tretroller und Rasenmäher vorbei bringen….Aber blubbert schön und wenn nächste Woche neue Reifen drauf sind, fährt sich der Haufen Amerikanischer Kernschrott sicherlich auch nicht schlecht…… 😉

SDC11103
Büll, was ist eigentlich Büll? 😉

Mai 182010
 

Kniet nieder!
Warum es das höchste Glücksgefühl eines jeden Motorradfahrers sein muß, auf einem Knie die Kurve zu kratzen

Das waren noch Zeiten. Als das Frühjahr noch nicht unter dem Titel begann: „Sicher durch die Saison – sanfte Trainingseinheiten für Wiedereinsteiger“. Sondern unter: „Machs geil wie Kenny – Knieschleifen in zwei harten Stunden“. Ach ja. Seufz……

Heute muß man sich am Bikertreff „Sonnenblume“ wortreich für allzu verantwortungslose Schräglagenwinkel in der Zitterkurve vor dem Lokal – einst hieß das ja noch Applauskurve – entschuldigen. Früher wurde man ohne signifikant angeschliffene Kniepads noch mit Schimpf und Schande vom Hof gejagt. Aber da hieß das Restaurant auch noch nicht „Sonnenblume“. Damals stand“Zum rotäugigen Benzinbruder“ überm Eingang.
Dabei wissen die sicherheitsbewußten Motorradfahrer des neuen Jahrtausends ja überhaupt nicht, was ihnen entgeht: Es gibt ja sowieso nichts Schöneres, als eine elegant, mit Dampf durchzirkelte Kurve. Die Kurve in all ihren Variationen ist die Krönung des Motorradelns, egal ob lang gezogen oder eng. Entscheidend ist allerdings – wie beim Austernessen das kräftige Kauen – daß man die Kurve auch spürt. Wer mit zusammengekniffenen Hinterbacken und Schräglagengrusel durch die Gegend schleicht, kriegts nicht mit. Motorradfahren ohne Schräglage ist wie Weintrinken mit Cola-Verdünnung. Wie Horror-Thriller mit Augenzuhalten. Ach was. Schlimmer! Völliges Banausentum! Zumal sich die Schleicherei ja gerne mit der Moral der Verantwortlichkeit, des Sicherheitsbewußten ziert.

Alles Fehlanzeige. Von der panikartigen Angst vor der fühlbaren Dynamik des Einspurgeräts bis hin zur enthemmten Raserei ist es ein weiter Weg. Den müßte der Verschreckte erst mal überwinden. Wer will bestreiten, daß unsichere und langsame Fahrer viel eher Gefahr laufen, auf die Nase zu fallen? Und wenn, dann wissen sie nicht einmal, warum es plötzlich dahinging. Sie erklären das dann mit dem immergleichen, selbigen, einzigen Grund: Ich war zu schnell.
Dabei ist Zu-schnell kein Maß. Es ist eine Relation. Zu schnell für die Kurve? Oder zu schnell für die hilflos am Anschlag zuckende Panikschaltung des Stammhirns? Zu schnell für Rollsplitt, Kuhmist oder Gegenverkehr hat auch nichts mit objektivem Zu-schnell zu tun. Eher mit subjektivem Erleben und Reagieren. Früher hat man das so gesehen: Wenn ein anderer in derselben Ecke noch am glitschenden Rinderdung vorbei kam, dann war er Genau-richtig. Und Du einfach blind. Zu schnell? Was’n das?

So basisphilosophisch eingenordet sollten wir uns dem Wesentlich widmen: Der Lust. Der Kurvenlust.
Absolutes Anfängerprogramm, aber immer wieder prima: Enge Ecken mit ordentlich Zug am Hinterrad und in Schräglage gedrücktem Motorrad durchzuschlenzen. Schafft einen wunderbaren Kraftbogen. Dann das genüßliche Verkosten der Schräglage an sich: In harmonischer Linie mit der Silhouette des Bikes sich neigen, spüren, wie die Reifengummis souverän den Asphalt abtasten, Grip, Fliehkraft, Leichtigkeit, In-sich-ruhen – Motorradfahren ist Meditation, Sensibilität. Gegen diese Fortbewegung ist Autofahren wie Fernsehen. Motorradfahren – es gibt nichts Besseres. Punkt.

Und damit sind wir auch schon bei der Schräglage. Runter mit dem Bock. Tiefer. So lange bis das Gehirn um Hilfe ruft, die Muskeln in Beinen, Rücken, Armen sich verhärten, alles ganz gezwungen und furchtsam wird. An diesem Punkt sind schon ganze Motorradclubs von ambitionierten Sportfahrern umgestiegen aufs Tourenfahren oder gar Choppern. Und ranzen nun eifersüchtig die „Schräglagenwixer“ an. Mit vollen Hosen läßt sich gut stinken.

Wie man’s macht? Der Trick ist das mentale Setup. Knieschleifer brauchen einen Mentor. Wie Luke Skywalker Obi Wan Kenobi. Ein Windgesicht, das einem ganz still erklärt, daß der Gummi im Normalfall gript, bis die Ohren kratzen. Und daß das Überwinden der ganz persönlichen Schräglagengrenze zuerst in der Übung, größtenteils aber in der richtigen Blickführung liegt: Blick weit voraus, das entzerrt den Horizont. Und dann ganz locker den Körperschwerpunkt neben die Maschine schieben. Keine krampfartigen Kunststückchen. Sondern das Motorrad wie ein Körperteil behandeln. Knie raus. Und dann fliegen lassen.

Irgendwann dann – Rennstrecken sind da unglaublich hilfreich, und man kann nur jedem zu ein paar Hockenheim-Abstechern pro Saison raten – also irgendwann dippt plötzlich das Knie ganz zufällig gegen den Asphalt. Elektrisiert einen. Ich hab es! Das ist es! Es ist soo einfach!

Einmal dort gewesen, läßt sich die Kurventechnik mit dem Knie ganz locker reproduzieren. Man weiß einfach wie weit es runter geht. Ähnlich wie früher, als man sich nachts im Dunkeln aus dem Haus der Schwiegereltern in spe geschlichen hat: Man wußte einfach, wie viele Schritte es im Dunkeln bis zur Haustür waren.
Und dann? Dann macht das Knieschleifen außer Spaß plötzlich auch Sinn. Als Schräglagensensor. Als drittes Stützrad. Als Balancierstange. Das erste Mal mit 200 km/h einen lang gezogenen Knick entlangbürsten, als pantherhaftes Kraftbündel eingeduckt in die brüllende Maschine, explosionsartig in den Horizont jagen und dabei surft der Knieschleifer sanft über den Asphalt – da überkommen selbst introvertierte Naturen Allmachtsgefühle.
Wer das erlebt hat, weiß eh wie Motorradfahren geht. Muß nicht zu schnell fahren, um den Kick zu kriegen. Redet kein Wort mehr darüber. Sondern tut es einfach immer wieder. Geil wie Kenny. von Johannes Riegsinger

Mai 182010
 

So eigentlich war 4 Tage Thüringer Wald auf dem Programm aber die Warmduscher haben den Arsch eingekniffen… soll ja regnen. Also ich die Julia unterm Arm gepackt, geguckt, wo soll es schön sein und das nächste erreichbare Ziel war….. Holland!

Also Mittwoch morgens um neun noch den Arjey aus der Bude geworfen und die Julia abgeholt. Sie fährt seit 2 Jahren aber nur inner Stadt und hat noch keine wirkliche große Tour gemacht. Außerdem war sie immer ziemlich verkrampft und wollte nie auf den Daniel hören… diesmal sollte alles anders werden. Sie wollte es lernen! Also Holland denkt sich der Daniel ist genau das richtige….

Rauf auf die Bahn und bei arschkalten 6°C bis Recklinghausen, dann ging nichts mehr! Griffheizung ist ja sowas geiles! :mrgreen: Julia war steifgefroren also Hotelzimmer gesucht. Donnerstag dann auf der Bahn bis Emmerich am Rein und dann rüber über die Grenze…. rauf aufn Deich und ab bis Rotterdam. Ich hatte nur kurz davon gelesen aber die deichen ihre großen Flüsse ein und darauf kann man super fahren. Zwar nur 60 und die Straßen sind nur so knapp 3m breit und da fahren Radfahrer und die habee diese verschissenen „Drempels“ (Höcker zur Geschwindigkeitsreduzierung) aber da sind Kurven ohne Ende. Genau das richtige für nen Anfänger, nämlich mal sauberes Kurvenfahren üben ohne Streß!

Von Rotterdam an der Nordseeküste nach Norden und lecker Fisch auf den Promenanden gegessen aber ziemlich schnell die Schnauze voll gehabt, weil man da nur noch durch Ortschaften fährt….. also schnell an Amsterdamm westlich noch vorbei Richtung Süden und wieder Richtung Deiche! Darauf dann Freitag zurück ins Reich und auf Landstraßen, die noch nich sooo kurvig waren das gelernte langsam umgesetzt bei StVO zugelassenen Geschwindigkeiten bis Münster. Dort gepennt, die Reste des Münsterlandes genossen und rein ins Weserbergland, in Bad Pyrmont ziemlich fertig ins Bett gesunken und bei Julia ordentliche Fortschritte festgestellt. Sie gibt sich richtig Mühe und fängt an Spaß zu haben. Die Angst vor dem Krad ist wie weggeblasen! Heute dann das Weserbergland so richtig genossen, an den Kreuzungen sieht man ein Strahlen unter ihrem Helm! und dann rein in den Harz und bei einer Pause die freudige Nachricht:“Ihr Koffer hat einmal aufgesetzt und war gar nicht schlimm!“ Kurz noch durch den Ostharz dann ab Richtung Magdeburg und rauf auf die Bahn und nach Hause!

Nicht zu vergessen, sie fährt ne olle wackelige Transalp mit ausgelutschtem Fahrwerk, die ganze Zeit mit vollem Gepäck gefahren, da wackelt ihr Arsch wie nen Lämmerschwanz…… zumindest bei 160….. :mrgreen:

Wird Zeit, dass sie ne ordentliche Karre bekommt… denke da an nen Dreitopf! :mrgreen: Den bekommt sie noch ganz gut rangiert! Man das geile Gefühl hätte sie schon vor zwei Jahren haben können, wenn sie nur mal gemacht hätte, was ich ihr gesagt habe….. hehe

Was soll ich sagen, ne geile Woche wars….. ach ja in Holland sind die Hotels verdammt teuer! Die spinnen! Aber der Käse ist unglaublich lecker!

Mrz 092010
 

So, der Radlauf hinten ist fertig. Angefertigt wurde er aus 1mm Aluriffelblech. Es fehlt nur noch die oberste Aufnahme, die dann auch als Halter für den Kennzeichenhalter dienen wird. Außerdem wurde ein Halter für die Batterie und das Einspritzsteuergerät angefertigt. Mein Dank geht an Roland!

Radlauf_Projekt

Feb 142010
 

Heute wurde wieder laminiert…. vorher habe ich die überstehenden Reste der ersten Session erstmal begradigt…..

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Anschließend habe ich angefangen die Seiten anzugleichen…. da sind solche Stufen drin, die jetzt noch ansatzweise zu erkennen sind. Nach der nächsten Session werden sie wohl fast weg sein… der Rest wird dann mit Schleifen ausgeglichen……

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Anschließend habe ich Muster für einige Metallteile angefertigt. Zuerst mal wird das Steuergerät hinter die Batterie gepackt, wie auf dem folgenden Foto. Dafür wird ein Halter für beides angefertigt.

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Blick von oben:

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Die Bleche für die Hinterradabdeckung sind nun auch als Muster fertig und in Auftrag gegeben……

Feb 112010
 

Heute habe ich zuerst ein Muster für das Abdeckblech für die Unterseite des Hecks angefertigt. Das wird später auf ein Blech übertragen und ausgeschnitten. Sieht schonmal ganz nett aus. Es wird am Ende auch den Endtopf der selbstgebauten Underseatanlage tragen.

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Danach ging es an das Verlängern des Hecks. Die Sitzfläche musste bis zum Tank verlängert werden. Also wurde das Stück mit Pappe vorgestaltet.

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Dann wurde munter drauflos laminiert… ich bin ja mal gespannt, ob das was wird. Das trocknet ziemlich lange, da ich schonmal ziemlich dick laminiert habe. Da sind 500gr. Epoxharz drauf. Und es ist ja recht kalt in der Halle…. na ich bin mal gepannt!

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Aus Langeweile habe ich dann mal den Motor laufen lassen…. ohne Endtopf….. wozu braucht man den auch? 😉

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Mittlerweile ist auch eine vorläufige Fußratsenanlage dran und die hintere Bremse montiert. Das 4V Fahrwerk ist komplett drin und die 4V Räder sind eingebaut……. naja es geht voran……