Mai 302010
 

Nachdem ich nun schon sowas repariere, könnt ihr mir auch eure Waschmaschinen, Tretroller und Rasenmäher vorbei bringen….Aber blubbert schön und wenn nächste Woche neue Reifen drauf sind, fährt sich der Haufen Amerikanischer Kernschrott sicherlich auch nicht schlecht…… 😉

SDC11103
Büll, was ist eigentlich Büll? 😉

Mai 182010
 

Kniet nieder!
Warum es das höchste Glücksgefühl eines jeden Motorradfahrers sein muß, auf einem Knie die Kurve zu kratzen

Das waren noch Zeiten. Als das Frühjahr noch nicht unter dem Titel begann: „Sicher durch die Saison – sanfte Trainingseinheiten für Wiedereinsteiger“. Sondern unter: „Machs geil wie Kenny – Knieschleifen in zwei harten Stunden“. Ach ja. Seufz……

Heute muß man sich am Bikertreff „Sonnenblume“ wortreich für allzu verantwortungslose Schräglagenwinkel in der Zitterkurve vor dem Lokal – einst hieß das ja noch Applauskurve – entschuldigen. Früher wurde man ohne signifikant angeschliffene Kniepads noch mit Schimpf und Schande vom Hof gejagt. Aber da hieß das Restaurant auch noch nicht „Sonnenblume“. Damals stand“Zum rotäugigen Benzinbruder“ überm Eingang.
Dabei wissen die sicherheitsbewußten Motorradfahrer des neuen Jahrtausends ja überhaupt nicht, was ihnen entgeht: Es gibt ja sowieso nichts Schöneres, als eine elegant, mit Dampf durchzirkelte Kurve. Die Kurve in all ihren Variationen ist die Krönung des Motorradelns, egal ob lang gezogen oder eng. Entscheidend ist allerdings – wie beim Austernessen das kräftige Kauen – daß man die Kurve auch spürt. Wer mit zusammengekniffenen Hinterbacken und Schräglagengrusel durch die Gegend schleicht, kriegts nicht mit. Motorradfahren ohne Schräglage ist wie Weintrinken mit Cola-Verdünnung. Wie Horror-Thriller mit Augenzuhalten. Ach was. Schlimmer! Völliges Banausentum! Zumal sich die Schleicherei ja gerne mit der Moral der Verantwortlichkeit, des Sicherheitsbewußten ziert.

Alles Fehlanzeige. Von der panikartigen Angst vor der fühlbaren Dynamik des Einspurgeräts bis hin zur enthemmten Raserei ist es ein weiter Weg. Den müßte der Verschreckte erst mal überwinden. Wer will bestreiten, daß unsichere und langsame Fahrer viel eher Gefahr laufen, auf die Nase zu fallen? Und wenn, dann wissen sie nicht einmal, warum es plötzlich dahinging. Sie erklären das dann mit dem immergleichen, selbigen, einzigen Grund: Ich war zu schnell.
Dabei ist Zu-schnell kein Maß. Es ist eine Relation. Zu schnell für die Kurve? Oder zu schnell für die hilflos am Anschlag zuckende Panikschaltung des Stammhirns? Zu schnell für Rollsplitt, Kuhmist oder Gegenverkehr hat auch nichts mit objektivem Zu-schnell zu tun. Eher mit subjektivem Erleben und Reagieren. Früher hat man das so gesehen: Wenn ein anderer in derselben Ecke noch am glitschenden Rinderdung vorbei kam, dann war er Genau-richtig. Und Du einfach blind. Zu schnell? Was’n das?

So basisphilosophisch eingenordet sollten wir uns dem Wesentlich widmen: Der Lust. Der Kurvenlust.
Absolutes Anfängerprogramm, aber immer wieder prima: Enge Ecken mit ordentlich Zug am Hinterrad und in Schräglage gedrücktem Motorrad durchzuschlenzen. Schafft einen wunderbaren Kraftbogen. Dann das genüßliche Verkosten der Schräglage an sich: In harmonischer Linie mit der Silhouette des Bikes sich neigen, spüren, wie die Reifengummis souverän den Asphalt abtasten, Grip, Fliehkraft, Leichtigkeit, In-sich-ruhen – Motorradfahren ist Meditation, Sensibilität. Gegen diese Fortbewegung ist Autofahren wie Fernsehen. Motorradfahren – es gibt nichts Besseres. Punkt.

Und damit sind wir auch schon bei der Schräglage. Runter mit dem Bock. Tiefer. So lange bis das Gehirn um Hilfe ruft, die Muskeln in Beinen, Rücken, Armen sich verhärten, alles ganz gezwungen und furchtsam wird. An diesem Punkt sind schon ganze Motorradclubs von ambitionierten Sportfahrern umgestiegen aufs Tourenfahren oder gar Choppern. Und ranzen nun eifersüchtig die „Schräglagenwixer“ an. Mit vollen Hosen läßt sich gut stinken.

Wie man’s macht? Der Trick ist das mentale Setup. Knieschleifer brauchen einen Mentor. Wie Luke Skywalker Obi Wan Kenobi. Ein Windgesicht, das einem ganz still erklärt, daß der Gummi im Normalfall gript, bis die Ohren kratzen. Und daß das Überwinden der ganz persönlichen Schräglagengrenze zuerst in der Übung, größtenteils aber in der richtigen Blickführung liegt: Blick weit voraus, das entzerrt den Horizont. Und dann ganz locker den Körperschwerpunkt neben die Maschine schieben. Keine krampfartigen Kunststückchen. Sondern das Motorrad wie ein Körperteil behandeln. Knie raus. Und dann fliegen lassen.

Irgendwann dann – Rennstrecken sind da unglaublich hilfreich, und man kann nur jedem zu ein paar Hockenheim-Abstechern pro Saison raten – also irgendwann dippt plötzlich das Knie ganz zufällig gegen den Asphalt. Elektrisiert einen. Ich hab es! Das ist es! Es ist soo einfach!

Einmal dort gewesen, läßt sich die Kurventechnik mit dem Knie ganz locker reproduzieren. Man weiß einfach wie weit es runter geht. Ähnlich wie früher, als man sich nachts im Dunkeln aus dem Haus der Schwiegereltern in spe geschlichen hat: Man wußte einfach, wie viele Schritte es im Dunkeln bis zur Haustür waren.
Und dann? Dann macht das Knieschleifen außer Spaß plötzlich auch Sinn. Als Schräglagensensor. Als drittes Stützrad. Als Balancierstange. Das erste Mal mit 200 km/h einen lang gezogenen Knick entlangbürsten, als pantherhaftes Kraftbündel eingeduckt in die brüllende Maschine, explosionsartig in den Horizont jagen und dabei surft der Knieschleifer sanft über den Asphalt – da überkommen selbst introvertierte Naturen Allmachtsgefühle.
Wer das erlebt hat, weiß eh wie Motorradfahren geht. Muß nicht zu schnell fahren, um den Kick zu kriegen. Redet kein Wort mehr darüber. Sondern tut es einfach immer wieder. Geil wie Kenny. von Johannes Riegsinger

Mai 182010
 

So eigentlich war 4 Tage Thüringer Wald auf dem Programm aber die Warmduscher haben den Arsch eingekniffen… soll ja regnen. Also ich die Julia unterm Arm gepackt, geguckt, wo soll es schön sein und das nächste erreichbare Ziel war….. Holland!

Also Mittwoch morgens um neun noch den Arjey aus der Bude geworfen und die Julia abgeholt. Sie fährt seit 2 Jahren aber nur inner Stadt und hat noch keine wirkliche große Tour gemacht. Außerdem war sie immer ziemlich verkrampft und wollte nie auf den Daniel hören… diesmal sollte alles anders werden. Sie wollte es lernen! Also Holland denkt sich der Daniel ist genau das richtige….

Rauf auf die Bahn und bei arschkalten 6°C bis Recklinghausen, dann ging nichts mehr! Griffheizung ist ja sowas geiles! :mrgreen: Julia war steifgefroren also Hotelzimmer gesucht. Donnerstag dann auf der Bahn bis Emmerich am Rein und dann rüber über die Grenze…. rauf aufn Deich und ab bis Rotterdam. Ich hatte nur kurz davon gelesen aber die deichen ihre großen Flüsse ein und darauf kann man super fahren. Zwar nur 60 und die Straßen sind nur so knapp 3m breit und da fahren Radfahrer und die habee diese verschissenen „Drempels“ (Höcker zur Geschwindigkeitsreduzierung) aber da sind Kurven ohne Ende. Genau das richtige für nen Anfänger, nämlich mal sauberes Kurvenfahren üben ohne Streß!

Von Rotterdam an der Nordseeküste nach Norden und lecker Fisch auf den Promenanden gegessen aber ziemlich schnell die Schnauze voll gehabt, weil man da nur noch durch Ortschaften fährt….. also schnell an Amsterdamm westlich noch vorbei Richtung Süden und wieder Richtung Deiche! Darauf dann Freitag zurück ins Reich und auf Landstraßen, die noch nich sooo kurvig waren das gelernte langsam umgesetzt bei StVO zugelassenen Geschwindigkeiten bis Münster. Dort gepennt, die Reste des Münsterlandes genossen und rein ins Weserbergland, in Bad Pyrmont ziemlich fertig ins Bett gesunken und bei Julia ordentliche Fortschritte festgestellt. Sie gibt sich richtig Mühe und fängt an Spaß zu haben. Die Angst vor dem Krad ist wie weggeblasen! Heute dann das Weserbergland so richtig genossen, an den Kreuzungen sieht man ein Strahlen unter ihrem Helm! und dann rein in den Harz und bei einer Pause die freudige Nachricht:“Ihr Koffer hat einmal aufgesetzt und war gar nicht schlimm!“ Kurz noch durch den Ostharz dann ab Richtung Magdeburg und rauf auf die Bahn und nach Hause!

Nicht zu vergessen, sie fährt ne olle wackelige Transalp mit ausgelutschtem Fahrwerk, die ganze Zeit mit vollem Gepäck gefahren, da wackelt ihr Arsch wie nen Lämmerschwanz…… zumindest bei 160….. :mrgreen:

Wird Zeit, dass sie ne ordentliche Karre bekommt… denke da an nen Dreitopf! :mrgreen: Den bekommt sie noch ganz gut rangiert! Man das geile Gefühl hätte sie schon vor zwei Jahren haben können, wenn sie nur mal gemacht hätte, was ich ihr gesagt habe….. hehe

Was soll ich sagen, ne geile Woche wars….. ach ja in Holland sind die Hotels verdammt teuer! Die spinnen! Aber der Käse ist unglaublich lecker!