Aug 302013
 

Nachdem die Sonne gestern Abend schön lange bis zu ihrem Untergang in meine Huette schien, kam sie natuerlich morgens von hinten und dementsprechend kuehl war es dann auch. Also schnell angezogen, gepackt und los. Wurzelwege werden noch zum Unwort der Tour und auf den nassen Wurzeln bin ich auch zweimal ordentlich ausgerutscht.

Wurzelwege

Man merkt deutlich, wenn die Erschöpfung zu Konzentrationsmängeln fuehrt. Deswegen habe ich dann an einem wunderschönen Rastplatz mit Blick auf en See Ålevatten ein ordentliches Mittag zu mir genommen und Pause gemacht. Es gab Nudeln mit Pesto, die hervorragend geschmeckt haben. Bottenstugan ist ein voller Reinfall gewesen. Eine nette Anlage aber wenn das Haus der Wegarbeiter geschlossen ist, gibt es kein Wasser. Dafuer eine schöne Schutzhuette und eine wirklich tolle Grillhuette. Aber ich brauchte dringend Wasser, also weiter zum nahegelegenen See. Dort habe ich mich gewaschen und die Wasserblasen gefuellt. Ansonsten war die Etappe ein Kampf, immer wieder bergauf und bergab. Am Abend habe ich dann ein deutsches Päärchen getroffen. Wir haben gemeinsam beobachtet, wie Hubschrauber riesige Mengen Pulver in den See „Stora Hamevatten“  abgeworfen haben. Sah beeindruckend aus.

Stora Hamevatten

Stora Hamevatten Kalk

Ich hatte die Hubschrauber schon lange immer wieder anfliegen gehört und gedacht, dass sie jemanden suchen. Als ich sie dann mit ihren Ladungssäcken gesehen habe, dachte ich, dass sie einen Waldbrand löschen wuerden. Aber dann sah ich die Pulverwolken ueber dem See, wenn sie ihre Ladung ausklinkten. Später habe ich erfahren, dass es sich um Kalk handelt, um den pH Wert der Seen wieder auszugleichen, da die Fische und Pflanzen dort am Sterben sind.

Eigentlich wäre das ein schöner See zum Uebernachten gewesen, aber ich wollte nicht irgendwann in einer Pulverwolke stehen, also ging ich weiter. Ich lief also weiter und kam abends völlig erschöpft an der nächsten Windschutzhuette an, die natuerlich besetzt war. Wie ich später erfuhr, von einem Päärchen, dass dort mehrere Tage blieb, wegen des schlechten Wetters….. 😉 Einige Meter weiter fand ich aber einen tollen Platz zum Uebrnachten, direkt am Wasser, windgeschuetzt und sauber. Also Tarp aufgebaut, gekocht, mich frisch gemacht und auch bald totmuede ins Bett gefallen.

Unterkunft Tag 3

Aug 302013
 

Die Nacht war kurz, oder lang, wie man will. Ich hatte ja wegen des Regens sehr frueh mein Lager aufgeschlagen und nach dem Essen nicht mehr wirklich viel zu tun. Es war also noch lange hell. Aber als es dann dunkel wurde…. meine Herren, wie in einem Bärenarsch! 😉 Es war völlig still im Wald, keine Geräusche. Ich brauche in der ersten Nacht im Wald immer einige Zeit, mich daran zu gewöhnen. Als Stadtmensch ist man Dunkelheit und Stille in diesem Ausmass nicht gewöhnt. Es ist immer irgendwo ein Geräusch und irgendwo leuchtet immer etwas. Eben nicht so im Wald und das muss der Kopf erstmal verarbeiten. Ich schlief daher erwarteter Weise nicht viel, sondern döste nur und horchte….. Es war dann ein Genuss nach der langen Nacht in die nassen Klamotten und Schuhe zu steigen. Nach etwa 6 km mache ich an einem See Pause. Auf dem Bauernhof am gegenueberliegenden Ufer ist anscheinend eine Tourette – Kuh. Nur am muhen…. kann die mal einer schlachten? 😉 Der Wassersack wird aufgefuellt und es geht weiter. Bisher ging es ueber nasse Waldwege und Schotterwege, selten durch Wildgras. In Dalen finde ich einen alten Bauernhof, mit Liebe als eine Art Museum hergerichtet. Dort steht auch eine Pumpe, die frisches Trinkwasser verspricht und auch die Einträge im Gästebuch, bestätigen das. Ich leere also einen Wassersack und will pumpen…. und ….. nichts! Pumpe geht nicht. Später werde ich erfahren, dass sie doch funktioniert, man muss nur oben etwas Wasser reinkippen, damit sie Druck aufbauen kann…. Das muss man einem doch sagen. Argh! Wenigstens kam hier die Sonne wieder raus und ich liess sie mir gleich auf den Pelz scheinen. Als ich so meine Pause mache und meine Tomatensuppe verputzt hatte, kommt ein älteres freundliches schwedisches Paar vorbei. Sie sind auf Pilzsuche und machen auch Pause. Sie laden mich noch auf frisches mitgebrachtes Obst und Gemuese aus ihrem Garten ein und nach einem kuren Gespräch ist es fuer mich auch wieder Zeit, weiter zu ziehen.

Es geht nun weiter, durch Wälder mit Wurzelwegen. Natuerlich kräftezehrend immer bergauf und bergab, so wie noch sehr häufig in den nächsten Tagen. Hinter Grandalen entdecke ich diese alte Ruine, die nun steinerne Notschutzhuete ist.

berühmte Notunterkunft

Man sieht sie eigentlich auf vielen Bildern von Bohusledenberichten. Im Notfall bietet sie wirklich zwei Personen Platz. Ich frage mich, ob hier auch mal jemand uebernachtet…. Kurz darauf kommt dann auch die richtige auf der Karte eingezeichnete Huette mit herrlichem Blick auf den See.

Unterkunft Tag 2

Aussicht Unterkunft Tag 2

Das Wetter ist mittlerweile sehr gut und ich nutze die Zeit, um mich zu waschen. Es war herrlich, die Fuesse einfach nur ins Wasser zu halten. Die Klamotten sind mittlerweile auch fast trocken. Den Fuessen geht es soweit gut, keine Blasen, keine dollen Schmerzen. Nur die Fussgelenke und der Ruecken zicken etwas wegen der ungewohnten Belastung.

Nachts hatte ich dann dieses Erlebnis mit der Maus. Ich wachte auf vom Rascheln der Muelltuete, die ich unbedachterweise in der Huette hatte liegen lassen. Normalerweise hänge ich den Muell etwas abseits an einen Baum, damit der Essengeruch keine Tiere in mein Schlafreich lockt. So nicht diese Nacht und diese kleine freche Maus ist also fleissig in der Tuete am mampfen. Aber alles Verjagen nutzte nix. Sie kam immer wieder und hockte sich hin und guckte mich frech an. Da ich aber noch etwas Ruhe die Nacht finden wollte, fiel die Maus einem plötzlichen Meteoriteneinschlag zum Opfer.

Aug 292013
 

Der Wecker klingelt um 04:00 Uhr, um 05:00 Uhr sitze ich im Auto. Ich parke in der Werkstatt und fahre mit Bahn und Bus zum Flughafen Tegl. Rucksack wiegen, nen Kilo rausnehmen ins Handgepäck und einchecken. Nun heisst es warten, bis der Flug geht. Die Flugdauer bis Göteborg ist mit 1:15 Stunden absolut ueberschaubar. Vom Flughafen Göteborg Landvetter, der etwas ausserhalb liegt, fährt ein Bus „Flygbussen“ direkt zum Hauptbahnhof. Das Ticket kann man im Flughafen direkt am Ausgang fuer 99 SEK am Automaten kaufen. Das ganze wird praktisch mit Kreditkarte bezahlt, wie so ziemlich alles in Schweden. Aber fuer die öffentlichen Verkehrsmittel ist eine Kreditkarte (VISA) Pflicht, denn Bargeld geht hier bis auf wenige Ausnahmen gar nicht. Auf der „Östra Hamngatan 25“ findet man gleich in der Nähe des Hauptbahnhofes und gegenueber von „The Northface“ ein „Naturkompaniet“, den schwedischen Globetrotter. Wer geflogen kommt kann sich hier den „Brennstoff“ kaufen, den er im Flieger nicht mitnehmen konnte. Auch sonst kaufe ich noch einige Kleinigkeiten ein: ein Tagebuch, Feuerzeuge und Tape fuer die Fuesse, das ich vergessen hatte und wieder brauchen werde.Dann geht es mit dem Bus nach Kungälv. Dort steige ich direkt ein in den Bohusleden und mache am Wanderheim im „Fontin“ noch eine Kaffeepause. Dabei warte ich den ersten Regen ab, was aber nicht viel nuetzen wird, denn es wird den gesamten Nachmittag immer wieder regnen. Das Handy habe ich seitdem ich den Flughafen verlassen habe ausgeschaltet. Ich will abschalten, den Zivilisationsstress hinter mir lassen. Ich will in den Tag hineinleben, mich treiben lassen. Aufstehen, wenn ich ausgeschlafen habe und mich ansonsten nach dem Tageslicht richten. Es ist noch lange hell um diese Jahreszeit, so dass ich ausreichend Zeit haben werde mir einen Lagerplatz zu suchen. Gegessen wird, wenn ich Hunger habe und nicht nach der Uhrzeit.

Nach nur etwa 5 gelaufenen Kilometern habe ich dann um 17:00 Uhr mein Lager aufgeschlagen. Gestartet war ich ja erst geg. 13:00 Uhr und nach der Kaffeepause im Fontin regnete es sich richtig ein. Streckenweise kam sogar feiner Hagel, so dass der Weg komplett weiss war von den feinen Körnern. Ich habe dann auf einer Lichtung zwischen zwei Bäumen das Tarp aufgestellt, gekocht und bin schlafen gegangen.

Ich kann euch sagen, in dem Wald war es nachts dunkel, wie in einem Bärenarsch und keine Geräusche!

Aug 122013
 

Nach gut zwei Jahren ist es wieder soweit. Im Juni 2011 war ich eine Woche in Schweden und die ersten 6 Etappen des Bohusleden gelaufen. Für mich als ungeübten Wanderer stellte dieser nicht wirklich schwere Weg eine Herausforderung dar. Und dieser Herausforderung möchte ich mich nun erneut stellen. Morgen, am 13.08.13 geht der Flug nach Göteborg. Ich werde in Kungälv, genau an der Stelle, an der wir damals den Weg beendet haben, wieder einsteigen. Diesmal habe ich 18 Tage Zeit. Es ist noch überhaupt nicht geplant, wie ich die Tage verbringen werde. Klar ist, ich werde anfangen zu laufen, so weit ich komme, so lange ich Lust habe. Grob ist noch ein Aufenthalt in Dalsland an einem See geplant, evtl. mit Paddeln oder einfach nur aufs Wasser gucken…. 😉

 

Die letzten Vorbereitungen scheinen getroffen. Der Rucksack ist gepackt. Heute war ich nochmal bei einem großen Outdoorausstatter….. es ist immer wieder das Selbe, mal eben noch schnell ne Hose holen und Zack ist der Korb voll und 270€ wechseln den Besitzer.  Der Vorsatz, den Rucksack diesmal leichter zu packen scheint gescheitert zu sein. Ich werde ihn nachher nochmal wiegen und sehen, was ich rausschmeißen kann. Viel wird es aber nicht sein. Schließlich laufe ich dieses Mal alleine und so kann man sich Dinge, die man nur einmal braucht, nicht auf die Rucksäcke verteilen.

 

Die amtliche Messung am Flughafen hat ergeben, dass der Rucksack 24 kg wiegt. Das bedeutet, dass ich mit max. 6 Liter Wasser auf etwa 30 kg komme. Das ist eindeutig zu viel und ich muss ganz dringend sehen, was ich hier weglassen und optimieren kann. 

Fortsetzung folgt……