Feb 222012
 

Neben der geplanten Motorradreise zum Polarkreis juckt es mir ja schon gewaltig in den Füßen…. gerade wieder Bilder aus Norwegen gesehen und spontan entschieden, dass ich dieses Jahr noch 1-2 mal Wandern gehen muss. Mögliche Ziele sind der Lysefjord in Norwegen und der West Highland Way in Schottland….. ich werde berichten…

Jun 082011
 

Wegmarkierungen Bohusleden

Zum Ende des Artikels findet ihr eine kleine Diashow mit mehr Fotos!

Im Juni 2011 war es endlich soweit. Eine Idee, welche lange in meinem Kopf rumgeisterte, wurde in die Tat umgesetzt. Ich war in der Vergangenheit schon viel gereist, mit dem Auto, dem Fahrrad, dem Motorrad aber zu Fuß? Viel wurde in den letzten Wochen gelesen und im Internet gestöbert. Welcher Weg ist für Einsteiger geeignet, Tips und Tricks und Verhaltensweisen beim Wandern, Packlisten verglichen etc. Schließlich musste noch einiges an Ausrüstung besorgt werden. Obwohl ich schon seit Jahren fast ausschließlich campe, stellte diese Wanderung doch offensichtlich ganz andere Anforderungen an die Ausrüstung, war doch zu erwarten, dass wir größtenteils abgeschieden von der Zivilisation und jeglicher Versorgungsmöglichkeit unterwegs sein würden. Über 1000€ haben wir bei einem großen Outdoorausstatter gelassen. Gut, ein Großteil war für Julia, ein warmer Schlafsack, ein guter Rucksack und Klamotten, die sie nicht hatte und einiges war sicher auch dabei, was im Kaufrausch im Korb landete aber nicht hundertprozentig nötig war. Insgesamt haben wir diese Investitionen jedenfalls völlig unterschätzt. Unterschätzen wird übrigens ein zentrales Stichwort dieses Artikel werden……

Und so ging es ans Packen, mein Bruder hatte mir einen sehr guten Wanderrucksack geliehen. Dieser war allerdings auch sehr groß, und es passte sehr viel rein. Von meinen vielen Reisen mit dem Motorrad und dem Fahrrad weiß ich, dass man immer zu viel einpackt und wollte mich dieses mal wirklich beschränken und so flog auch bei den mehrfachen Kontrollen immer wieder das eine oder andere raus. Isomatten, Schlafsäcke, Zeltunterlage, Benzinkocher, Kochgeschirr, Besteck, Wasserfilter, Wassersäcke, Trinkflaschen, Klopapier, Feuchttücher, kleine Schippe, Miniaxt, Angel inkl. Hakenset, Grillrost, Outdoorhandtücher, Hygieneuntensilien, 1. Hilfepaket (wird noch eine wichtige Rolle spielen), Regenponchos (zusammengeknöpft als Zeltersatz, wird den erwünschten Zweck leider nicht ganz erfüllen), Gamaschen, Wandersocken, Wechselklamotten, Messer, Kompaß, Hut uvm….. aber wie viel kann man tragen? Und nicht zu vergessen, wir brauchten essen, für etwa 10 Tage, denn wir mussten möglichst unabhängig sein. Es sollte vereinzelt Möglichkeiten geben, seine Vorräte aufzufüllen, aber man kommt nicht ständig an einem Supermarkt vorbei. Also deckten wir uns mit Militärnahrung und Fertiggerichten (Instantnudeln, Tütensuppen, Kartoffelpürree, Hühnerbrühe), Bulgur, Pesto, Suppennudeln etc ein. Es sollte alles so leicht wie möglich sein, also keine Gläser und vieles wasserreduziert. Schließlich wog mein Rucksack 22,5 kilo und Julias 19 kilo. Dazu würden noch etwa 7 Liter Wasser jeden Tag kommen. Die Hoffnung war, es wird ja jeden Tag weniger…..

Die Reaktionen im Freundes- und Bekanntenkreis waren doch immer fast gleich, wenn wir erzählten, was wir diesen Sommer machen:

„Wir fahren nach Schweden.“
„Oh schön, Moped fahren oder habt ihr ne Hütte gemietet?“
„Wir wandern.“
„Was? Die ganze Zeit nur rumlatschen? Und wo schlaft ihr?“
„Wir schlafen, wo wir abends ankommen und wo es uns gefällt.“
„Ja in Hütten oder wie?“
„Nein unter freiem Himmel, aber wir nehmen noch Ponchos als Winschutz mit, außerdem gibt es dort Windschutzhütten, die sehen aus wie Bushaltestellen.“
„Ihr seid doch bekloppt!“

Nun zur Überschrift dieses Artikels, „Immer einen Fuß vor den anderen“, ich weiß gar nicht mehr, wie oft ich mir diesen Satz gesagt habe oder gerade am Anfang Julia damit versucht habe zu motivieren. Wenn man müde und erschöpft ist, verspürt man ständig dieses Verlangen anzuhalten, nur kurz durchzuatmen und dann geht es gleich weiter…. allerdings immer mit dem Ergebnis, dass man diesem Verlangen immer öfter erliegt und es einem immer schwerer fällt wieder weiterzulaufen….. daher sagte ich es mir immer und immer wieder selber:“Laufe langsam aber laufe, setze immer einen Fuß vor den anderen, erhole dich aktiv aber bleibe nicht stehen….“

Am 31.05.2011 war es schließlich soweit, 03.00 Uhr aufstehen um 04.00 Uhr losfahren nach Rostock, die Fähre geht um 8.

Mann_mit_Hut

In Trelleborg angekommen mussten wir noch bis Göteborg fahren zu einem Stadtteil oder Außenbezirk namens Lindome. Dort befindet sich dann der Einstieg in den Bohusleden. Das nächste Problem war allerdings, wo wir das Auto parken sollten. Die dortigen Parkplätze sind nachts verlassen und einzeln stehende Autos werden immer wieder aufgebrochen. Daher haben wir frech an einem Haus in der Nähe gefragt, ob wir unser Auto bei ihnen auf dem großen Grundstück abstellen dürfen. Man reagierte anfangs verständlicherweise verwirrt, willigte aber schließlich ein. Wir bedankten uns mit einer Flasche Vodka, die ich aus D mitgebracht hatte, denn Alkohol ist ja teuer in Schweden. Also gingen wir los zu unserem ersten Übernachtungsplatz, 2,7 km. Eine Windschutzhütte, schön auf einer Landzunge gelegen. Ich machte ein Feuer, filterte die ertsen Liter Wasser (ging erstaunlich gut), baute den Windschutz auf und wir aßen und saßen am Lagerfeuer. Schließlich gingen wir schlafen und es war Julias erste Nacht im Wald. Ich kenne die Geräusche und konnte recht gut einschlafen, bis ich irgendann von den legendären Worten:“Daniel, ich seh Augen…….rote Augen!“ geweckt wurde. Insagesamt hat sie diesen Urlaub nicht viel geschlafen glaube ich, auch wenn sie sich mehr und mehr an die Geräusche gewöhnte….. 😉

1_Rastplatz

1_Lager

„Wie weit wollt ihr denn so am Tag laufen?“
„Keine Ahnung, was man so schafft aber ich denke so gut 20km sollten drin sein!“

Sagte ich eingangs, dass Unterschätzen ein zentrales Thema des Urlaubs war? Hier ging es weiter. Klar kann man 20km mit Rucksack laufen, wenn es einigermaßen gerade ist. Auf ebenen Strecken haben wir auch immer gut Strecke gemacht und Schweden ist doch eigentlich recht platt….. Ja Berge gibt es wirklich nicht viele aber kleine Hügel und die gilt es immer rauf und runter zu laufen. Immer auf und ab, nur 20, 30 oder 40 Höhenmeter aber ständig im Wechsel und so wurde die erste Etappe (in der Broschüre als leicht eingestuft) mit ihren 19km zur ersten Hürde, die wir NICHT nahmen…. 😉 Mittags nach ca. 10km pflegten wir unsere ersten Blasen an einem schönen See und waren das erste mal gut fertig auf der Bereifung. Da sahen wir auch zum ersten mal Linda und Philip, wie sie locker flockig an uns vorbei liefen (wir sollten erst später erfahren, dass sie gerade erst 10 Minuten zuvor gestartet waren von zu Hause). Irgendwann nach 14km hat Julia gestreikt. Wir waren an einem See angekommen und sie meinte, sie läuft keinen Meter mehr. Ich machte mich dann auf die Suche nach einem passenden Lagerlatz. Das dauerte etwa 20 Minuten dann hatte ich einen Rastplatz am See Hörsickan gefunden, dort hatten auch Linda und Philip Pause gemacht und waren gerade dabei wieder aufzubrechen. Ich ließ meinen Rucksack stehen und holte Julia ab. Ich trug ihren Rucksack und sie schleppte sich hinter mir her, bis wir gemeinsam den Rastplatz erreichten. Dort hatten sich nun einige Leute mit Hunden versammelt und machten eine Hundeausbildung. War witzig anzusehen. Wir konnten uns überhaupt nicht mehr bewegen, alles tat weh und selbst Aufstehen war eine Herausforderung. Nach 2 Stunden war die Hundeausbildung vorbei und Julia machte sich ans Feuerholz. Geschlafen wurde hinter einem Poncho als Windschutz.

Blasenfüsse

Am 2. Wandertag hatte auch Julia eingesehen, dass sie das Blasenproblem unterschätzt hatte und es besser gewesen wäre, ihre Füße zu versorgen, bevor sich die ersten großen Blasen entwickelt hatten. Ein Problem, dass wir bis zum Schluß nicht mehr in den Griff bekamen. Wir liefen weiter bis Gunnebo am See Stensjön, wo wir an einem sehr schön restaurierten Schlößchen mit Park eine Pause in einem Cafe machten. Dort trafen wir Linda und Philip wieder. Sie hatten nur 2 km von uns entfernt gelagert und waren gerade mit dem Frühstück fertig. Wir unterhielten uns ein wenig und gaben ihnen ein paar Powerballs (wie wir sie später nur noch nannten, ein Renner im Tauschgeschäft). Sie liefen weiter und wir hatten unseren ersten echten Kaffee und eine super leckere Limonade. Zum Thema Kaffee, ich bin verwöhnt und hasse Instantkaffee und diese Cappuccinomischungen, die Julia sich jeden Morgen reingedreht hat waren grausam. Das Allerletzte allerdings war der Bundeswehrinstantkaffee. Ich habe es zweimal probiert und dann alle Tütchen entsorgt…..

Nach dem Frühstück ging es weiter, auf und ab, auf und ab bis wir schließlich am St.Delsjön einem riesigen See ankamen, der von vielen Göteborgern als Nahrholungsgebiet genutzt wird.

St Delsjön

Man kann sich Kanus ausleihen und ist nah an der Stadt und doch schon fast in der Wildnis. Und hier trafen wir…. na wen schon, Linda und Philip. Wir liefen ein Stück gemeinsam und unterhielten uns über die Tour und die Gegend. Es ist auch ihre erste Wanderung, sie wohnen in Göteborg und wollten alles testen und jederzeit die Möglichkeit haben nach Hause zu fahren. Schön, wenn man die Möglichkeit direkt zu Hause hat. An einem schönen Rastplatz am Westufer trennten wir uns, denn nun mußten wir Rast machen. Hier entschieden wir uns auch, an diesem See nach etwa 11 km an diesem Tag einen Pausentag einzulegen. Dies war so ziemlich die Beste Idee dieser Reise. Von dem von mir ausgesuchten Lagerplatz war Julia nicht begeistert. Er war auf einem Felsen gelegen, etwa 10 Meter über dem Wasser und so „ungünstig“, dass wir gleich drei Feuerstellen dort fanden… 😉 Nein, er war fast perfekt, er bot Platz zum Schlafen für zwei Personen (zwar nicht ganz gerade aber mit Rasen bedeckt), eine super Feuerstelle, trockenes Holz und eine herrliche Aussicht.

Der Windschutz war für Julia gedacht, wurde aber wieder abgebaut. Wir schliefen hier unter freiem Himmel, herrlich… bis Julia mich weckte, da wäre ein Tier… ich hörte es dann auch wie es laute Bellgeräusche machte und stampfend wegrannte….. das war wohl ein Wildschwein….

Den nächsten Tag lagen wir faul am See, in der Sonne und im Schatten, ich war zweimal im See schwimmen (scheiße war das kalt), hatten Kaffee und Cola und ich suchte auf einer Halbinsel einen schönen Lagerplatz. Wir bauten die Ponchos diesmal als Dackelgerage auf, da unsere Sachen in der Nacht zuvor durch Morgentau feucht geworden waren. Leider mußten wir feststellen, dass es auch in Schweden Schweine gibt…..

Muell2

Muell

Wir hatten wieder etwas unterschätzt, aber diesmal im positiven Sinne. Wir wußten, dass wir den Erholungstag brauchen aber hätten nie gedacht, wie viel uns das bringen würde. Die Füße taten nicht mehr weh (bis auf die Blasen, die sich aber auch erstmal beruhigt hatten) und auch die körperliche Verfassung hatte sich komplett gebessert. So machten wir uns frisch auf den Weg zu unserem dritten Wandertag.

Eins vorweg, wir schafften nach dem Pausentag ca. 22 km, am Abend waren wir ordentlich platt und das Gebiet war nicht mehr ganz so hügelig aber wir schafften sie und das gab uns neuen Mut. Der Körper hatte sich an die Belastung gewöhnt und wir hatten ihm Zeit gegeben, sich zu regenerieren.
Pause machten wir am See Stora Kasjön, wieder einem wunderschönen See mit öffentlichen Badestellen. Hier aßen wir etwas und führten ein sehr gutes Ritual ein, nämlich in der Mittagspause einfach mal ne halbe Stunde zu schlafen…… herrlich und gibt neue Kraft! Am Abend waren wir dann trotzdem ganz schön alle und auf der Suche nach einem geeigneten Lagerplatz. Ziel war laut Karte der Seee St Ramsjön. Das Wandererdorf „Freden“ stellte sich als herrlicher Lagerplatz mit Feuerstellen und Grillstellen, Toiletten und Windschutzhütten heraus, welcher von einem Wandererverein gepflegt und erhalten wird. Wir waren gerade angekommen und versuchten wieder zu uns zu kommen, als eine Horde Dänen um die Ecke bog. Später stellte sich heraus, dass es sich um Kletterer handelte, die super nett waren und wir hatten unseren einzigen Abend mit anderen Menschen zusammen. Wir lachten viel und bekamen Rotwein. Im Gegegnzug gaben wir Powerballs und Whisky aus dem Flachmann, beides kam sehr gut an und so saßen wir bis nachts um 1 am Lagerfeuer.

Wir schliefen die einzige Nacht in einer Windschutzhütte, bis Julia irgendwann gegen 4 Uhr merkte, dass ständig eine Wespe rein und raus flog. Sie flüchtete nun auf den Rasen und ich ging mit ihr, damit sie nicht alleine schlafen muss. So verbrachten wir wieder eine schöne Nacht im Freien. Am Morgen stellten wir fest, dass das blöde Vieh direkt unter dem Dach sein Nest baute….. mich hätte es nicht gestört aber Julia hat panische Angst vor den Viechern…..

Freden

Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns von den Dänen und liefen weiter. An diesem Tag passierte nicht viel, wir liefen und immer wieder wiederholte ich im Kopf:“Einen Fuß vor den anderen!“ Bei Angered schliefen wir dann an einer öffentlichen Badestelle am See Molnesjön. Dies war der unsauberste Ort, den wir in Schweden sahen. Das Ambiente war wie im Görlitzer Park, aber wir wollten einfach nicht mehr weiter laufen. Schade, denn wie sich herausstellte, wären schöne Lagerplätze gar nicht weit weg gewesen und wir hätten Linda und Philip schon an diesem Abend eingeholt….. Morgens wurden wir von beginnendem Regen geweckt. Da wir in einer kleinen Senke (windgeschützt) lagen, packte wir schnell unsere Sachen zusammen, bevor sich dort ein See bilden konnte. Zum Glück waren es nur ein paar Tropfen und es hört schnell wieder auf. Wir liefen aber trotzdem los, diesmal ohne Frühstück und beschlossen uns einen schönen Rastplatz zu suchen. Diesen fanden wir etwa 2 km weiter, wo zwei Schweden rasteten. Auch sie waren dabei ihr Equipment zu testen, da sie im Herbst den Kungsleden laufen wollten. Gerade die junge Frau schien sehr unerfahren im Outdoorleben und er, Ende 20, hatte seine letzten Erfahrungen während der Wehrpflichtzeit gemacht. Sie hatte absolut unpassendes Schuhwerk, ihre Rucksäcke waren zu klein, denn sie hatten gar nicht die Mengen Verpflegung dabei, die sie später brauchen würden….. wir unterhielten uns nett, während wir aßen und sie ihr Lager abbrachen. Wir wünschten ihnen Glück auf ihrer Wanderung! Wir liefen an diesem Tag ca. 13km. Im Ort Bohus machten wir Mittagspause und schliefen wieder auf einer Wiese. Später gingen wir dann weiter nach Kungälv, Dahinter im Nationalpark Fontin trafen wir wieder auf Linda und Philip. Wir hatten sie also nach drei Tagen eingeholt. Auch sie waren von dem Weg gezeichnet aber tapfer durchgelaufen, wir tauschten Blasenpflaster gegen Powerballs und Emailadressen und nahmen uns vor, uns die Tage wieder zu treffen. Sie mussten dann weiter, da sie sich am nächsten Tag mit Freunden an einem bestimmten Punkt treffen wollten. Wir machten uns auf die Suche nach einem Lagerplatz und fanden Kulebacka, einen alten Bauernhof, der nun für Schulen und Jugendreisen als Naturklassenzimmer genutzt wird und auch Wanderern wie uns eine Windschutzhütte bietet. Es gab dort auch zwei Wasserhähne, allerdings nur mit Vierkant und wir hatten kein Multitool dabei. Julia kam auf die grandiose Idee, den Vierkant mit der kleinen Öse eines Karabinerhakens zu bewegen. So konnten wir uns waschen und hatten ausreichend Wasser zum Kochen und Trinken. Ich machte mit dem trocken gelagerten Feuerholz ein schönes Feuer und so genossen wir unseren letzten Abend auf dieser Reise, bevor wir uns in die Hütte zum Schlafen legten.

Kullebacka

Geweckt wurden wir von einem Schaben und Kratzen, offensichtlich hatten wir einen Übermieter, einen Marder oder etwas ähnliches im Dach, der nachtaktiv und nun wach war. Schließlich ging er auf Jagd und wir konnten schlafen in dem ruhigen Gewissen, dass wohl Mäuse, Schlangen oder ähnliches hier kein Problem für uns sein würden….. der Übermieter sorgte schon dafür, dass sein Revier sauber bleibt….. Geweckt wurden wir um 7 Uhr von einem Auto mit zwei Lehrerinnen, die uns willkommen hießen und uns mitteilten, dass um 8 Uhr eine Schulklasse zum Unterricht erscheinen würde. Sie entfachten ein frisches Feuer und bereiteten alles für den Unterricht mit den Mäusen vor. Wir hätten gerne in die kleinen Gesichter geschaut, wenn sie das Feuer sehen und die Lammfelle, Abenteuer pur…. In der Nacht hatte es ein Gewitter gegeben und mein Handy prophezeite etwa 3 Tage mit Regen und Gewitter. Meine Zeltlösung mit den Ponchos war zwar gut als Windschutz würde aber starkem Regen nicht standhalten. Zudem waren an den neuen Ponchos schon Knöpfe abgerissen (mal sehen, was der Laden dazu sagt). Julias Füße wurden nicht besser, immer wenn eine Blase abgeheilt war, kamen ein oder zwei neue dazu. Eigentlich würde jetzt der schönere Teil des Weges beginnen, noch abgeschiedener von Ortschaften, aber genau das machte uns in Bezug auf die Wetteraussichten und die Schlafmöglichkeiten unsicher, ob es klug wäre nun weiter zu laufen. Wir entschieden uns, die Tour nach fünf trotz aller Strapazen sehr schönen Wandertagen und insgesamt einer Woche in Schweden abzubrechen. Wir hatten unsere ersten Erfahrungen gemacht und ich bin mir sicher, es war nicht der letzte Wanderurlaub. Beim nächsten mal wird die Ausrüstung optimiert und die Strecke realisitscher eingeschätzt. So machten wir uns nach ca. 75 gelaufenen Kilometern auf nach Kungälv, von dort mit dem Bus nach Göteborg und dem Zug nach Lindome, unserem Startpunkt. Wir holten unser Auto ab und fuhren zur Fähre, mit dieser über Nacht (mit Kabine zum Duschen, ui das war nötig) nach Rostock und schließlich nach Berlin.

Erfahrungen und Lehren aus dem Trip:

– Nehmt nur mit, was ihr wirklich braucht! Fragt euch nach jeder Reise, welche Ausrüstungsgegenstände ihr nie in der Hand hattet und rationalisiert sie konsequent weg. Gerade die kleinen Dinge summieren sich im Gewicht, stehlen Platz und sind imemr im Weg, man glaubt es kaum!

– betrifft den Bohusleden speziell: Verpflegung könnt ihr in den ersten Tagen nachkaufen. Hier braucht ihr nur Verpflegung für 4-5 Tage. Hinter Kungälv werden die Ortschaften rarer, also deckt euch hier für weitere 5-6 Tage mit Verpflegung ein. Es ist allerdings nicht notwenig schon von Anfang an für 10-12 Tage Verpflegung mitzuschleppen!

– Blasen: Sporttape ist das wohl wichtigste auf solch einer Reise! Nehmt ausreichend mit (mindestens eine Rolle pro Person)! Taped schon vor der ersten Tagesetappe die wichtigen Stellen: Fersen, Fußballen, kleiner und großer Zeh. Sobald es irgendwo reibt und leicht wund wird, sofort mit Blasenpflastern abkleben, z.B. Compeed oder ähnliches. Diese wirken wie eine neue Haut und ermöglichen es der wunden Stelle, sich zu regenerieren. Die Reibung findet dann auf dem Pflaster bzw. Tape statt und die Haut wird nicht mehr angegriffen. Man verhindert so auch aufgrund der Blasen unnatürlich zu laufen (Schonhaltung) und damit Gelenke, Sehnen und Muskeln, falsch zu belasten, was zu neuen Problemen führen kann.

– Sockenwahl: Wir hatten spezielle Meindl Wandersocken, das war aber nicht die beste Lösung. Bei Gesprächen mit anderen Wanderern stellte sich heraus, dass ein paar sehr dünne Socken getragen werden sollten und darüber Wandersocken. So reduziert sich ein Teil der Reibung, diese findet dann zwischen den Socken statt. Auf jeden Fall darauf achten, dass die Socken möglichst trocken bleiben, mehrfach am Tag wechseln (dazu waren wir zu faul, werden es aber zukünftig machen).

– Pausen: Sie sind super wichtig zur Regeneration. Den ersten Tag betont langsam angehen, deutlich vor der Erschöpfung campieren, der Körper muss sich erst an die neue Belastung gewöhnen. Am zweiten Tag darf man sich dann schon austesten und einen Tag Pause darf man sich am 3. oder 4. Tag gönnen. Danach ist man soweit an die Belastung gewöhnt und hat seinen Körper so gut kennen gelernt, dass man alles weitere nach körperlicher Verfassung spontan planen kann.

– Ehrgeiz: Für uns war von Anfang an klar, dass dies kein Rennen wird und wir dort schlafen, wo es uns gefällt und wo wir müde sind. Trotzdem haben wir uns dabei erwischt, wie wie zumindest unterbewußt ehrgeizig Strecke machen wollten. Es ist Urlaub, also versucht diesen Ehrgeiz so klein wie möglich zu halten, ohne den ganzen Tag zu vertrödeln.

– Wasserfilter: Ist zumindest auf unseren Etappen nicht notwendig gewesen. Das Wasser in den Seen (nicht an den ganz kleinen Tümpeln) ist so sauber, dass wir es ab dem dritten Tag pur getrunken und zum Kochen benutzt haben.

– Spurenelemente: Ich bein kein Freund von diesen Magnesiumtabletten etc. Die Wanderung aber hat so viel Flüssigkeit aus meinem Körper gespült, dass ich am zweiten Tag bereits Ansätze von Muskelkrämpfen hatte. Ich habe dann brav Magnesium genommen und dieses Problem war erledigt. Wer also auf einer solchen Wanderung nicht die Möglichkit hat, regelmäßig durch Obst und andere frische Nahrung diese Spurenelemente aufzunehmen, sollte sich nicht vor der Einnahme von Ersatzpräparaten scheuen! Außerdem gibt es dem Wasser etwas Geschmack.

– Wasser: Wir hatten 7 Liter jeden Tag dabei und das war auch die Menge, die wir fast immer bis zum Abend verbraucht haben. Weniger würde ich nicht mitnehmen, denn es gibt auch Etappen, wo man mal an weniger Seen vorbei kommt oder einfach mal vergisst das Wasser aufzufüllen. Mit 7 Litern waren wir auf der sicheren Seite, hatten nie zu wenig und selten zu viel dabei. Weniger sehe ich als kritisch an und mehr braucht man nicht unbedingt. Das ganze ist ja auch eine Gewichtsfrage. Wir nutzen zwei sehr dünne Kunststoffblasen mit je 2 Litern Inhalt und 4 Trinkflaschen.

– Kocher: Mein Allesbrenner von Primus hat sich schon auf vielen Reisen bewährt. Wärend wir diese Reise zu Ende gelaufen, wären wir mit dem Benzin nicht hingekommen. Da er aber auch Autokraftstoff, Petroleum und sogar Kerosin verarbeitet ist man sehr unabhängig, diese Brennstoffe findet man fast überall. Mit Gaskartuschen ist das schon schwieriger. Entweder man nimmt genug mit (Gewicht und Müll) oder man muss längere Umwege in Kauf nehmen.

– Unterkünfte: Gibt es auf dem Bohusleden genug. Allerdings ist man dann gezwungen die Etappen so zu laufen, wie die Windschutzhütten stehen. Leider sind die längst nicht alle eingezeichnet oder nicht immer im brauchbaren Zustand oder schon belegt. Man sollte also einen Regenschutz für die Nacht als Backup dabei haben. Die zusammengeknüpperten Ponchos waren dazu nicht geeignet und waren ein Grund für den Abbruch der Reise. Ich bin nun am Überlegen, ob ich zukünftig ein richtiges leichtes Tarp mitnehme oder ne originale Bundeswehr Dackelgarage (hat früher schon auf Reisen komplett ausgereicht). ich werde hier mal die Einsatzmöglichkeit und Platzverhältnisse gegeneinander abwägen und mich dann entscheiden. Ein Zelt scheidet für mich zumindest vorerst aus, da wirklich leichte Zweipersonenzelte sauteuer und bezahlbare einfach zu groß und schwer sind.

Und zum Schluß eine große Bitte. Schweden ist ein herrlich sauberes Land. Auch wenn man hier und da kleine Müllecken findet, so achten doch die allermeisten Schweden offensichtlich darauf, ihren Müll nicht liegen zu lassen. Bitte tut es ihnen gleich und nehmt als Gäste dieser wunderschönen Natur auch euren Müll mit, dazu zählen insbesondere auch Zigarettenkippen und sonstiger Kleinstmüll, der hierzulande oft gedankenlos auf dem Weg entsorgt wird. Belohnt werdet ihr mit weitgehend unberührter und vor allem sauberer Natur! Danke!

Diashow Bohusleden

Sep 092010
 

Am Ende des Berichtes findet ihr den Link zur Fotoseite (Diashow)!

Nach Norwegen sollte es schon lange mal gehen. Ende August 2010 sollte es dann endlich losgehen. Vom 27.9. – 29.9 waren wir noch auf nem BMW Treffen und anschließend ging es mit Roy los Richtung Norwegen…

Warten auf die Fähre auf Fehmarn

Wir haben dann eine Nacht bei Roy und seiner Frau verbracht und sind am Montag Mittag losgefahren. Roy hat uns noch ein paar Tips gegeben, wo wir langfahren könnten aber wir haben ziemlich schnell gemerkt, dass es relativ egal ist, wo man lang fährt…. es ist einfach überall geil! Man muss sich nur von den Ballungszentren fernhalten und davon gibt es ja nicht so viele.

Als erstes sind wir nämlich wirklich durch Oslo gefahren, um nach Drammen zu gelangen. Dort gibt es einen Spiralförmigen Tunnel, der auf einen Berg führt.

Tag1-Spiralen

Der Ausblick von dort oben:

Tag1-Ausblick Spiralen

Bei Rjukan haben geschlafen auf einem Campingplatz. Am nächsten Tag sind die die Straße 37 gefahren. Es war ziemliches Sauwetter, sehr schlechte Sicht und so haben wir nach 45km die erste Rast eingelegt. Ich schaue so zu den beiden Mopeds und erst beim Zweiten Blick fällt mir auf, dass bei Kai der rechte Koffer fehlt. Er muss ihn während der Fahrt verloren haben. Wir sind die Strecke zurück gefahren. Leider haben wir nichts gefunden und sind dann die Strecke nochmal hin und her gefahren und haben die Straßengräben abgesucht… nichts. Die Polizei hatte nicht mehr geöffnet, daher sind wir wieder auf den Campingplatz und haben diesmal eine Hütte genommen. Dort haben wir das von der Nacht nasse Zelt getrocknet. Kai ist dann nochmal losgefahren, um einzukaufen und auf dem Rückweg auf der Einfahrt zum Campingplatz ging dann sein Moped einfach aus….. Also mussten wir uns auch noch darum kümmern. Zum Glück gab es auf dem Platz Internet und mit meiner Vorarbeit und der Hilfe des weltbesten Forums war ziemlich schnell die Einspritzdüse vom vierten Zylinder als Bösewicht ausgemacht. Diese scheint bei viel Nässe einen Masseschluß mit dem Motorblock zu haben und lässt dann alle vier Einspritzdüsen ausfallen….. ich habe die Düse nun mit Isolierband isoliert und bisher funktioniert es ganz gut!

Am nächsten Tag ging es weiter….. was soll ich sagen, Kurven über Kurven,nicht immer der beste Straßenbelag, oft rissig und wellig aber trotzdem herrlich. Und Seen über Seen…..

Tag3-Bergstrasse

Tag3-Strasse_See

Nachdem wir dann noch Ziegen auf nem Dach gesehen haben

Tag3-Ziegendach

und uns den Wasserfall angeschaut haben

Tag3-Wasserfall

Haben wir unsere ersten Fjorde gesehen, den Sorfjord und den Eidfjord, an dessen Ende (etwas im Wald an einem kleinen Bach) wir unser erstes Wildnachtlager aufgeschlagen haben:

Tag3-Nachtlager

Tag3-Nachtlager2

Tag3-Nachtlager3

Tag3-Nachtlager4

Von dort aus sind wir auf teils engen Straßen nach Voss gefahren und haben einen Hinterreifen für Kai gesucht.

Tag4-Bergstrasse2

Per Internet kamen wir schließlich auf einen Reifenhändler in Bergen, der einen passenden Reifen vorrätig hatte. Hier haben wir unsere erste und einzige schlechte Erfahrung in Norwegen gemacht. Vorher haben wir uns aber ein wunderschönes Nachtlager an einem abgelegenen See gesucht. Das Feuerholz war trocken und das Wasser kalt….. 😉

Tag4-Nachtlager Hamlagro Vatnet2

Tag4-Nachtlager Hamlagro Vatnet3

In Bergen angekommen ging es dann zum Reifenwechsel. Außer das der Reifen nun teurer war als am Telefon wurden uns umgerechnet 50€ für eine 1/2 Stunde Arbeit berechnet, weil eine Schraube am Auspuff ausgetauscht werden musste. Der Mechaniker war aber so fix mit dem Moped wieder da, dass er sicher nicht ausbohren musste….. Hätten wir ausreichend Bargeld dabei gehabt, so hätte ich nur den Reifenpreis bezahlt. Da wir aber mit Karte zahlen mussten, machte es wenig Sinn nen Aufstand zu machen, da wir auch irgendwann wieder weg wollten…..

Als wir endlich aus Bergen raus waren ging es auf teils engen aber immer geschwungenen Straßen entlang am Samangerfjord, am Eikelandsfjord zum Fusafjord, wo wir auf einem preiswerten aber sehr gepflegten Campingplatz zwei Tage blieben, da unsere Klamotten gewaschen werden mussten.

Tag5-Serpentinen

Tag5_Strasse

Auch hier gab es wieder einen wunderbaren Ausblick auf den Fusafjord.

Tag5-Fusafjord

Den Waschtag haben wir dann mit Angeln verbracht und in gut 2 Stunden vier Forellen gefangen. Der See lag im Nirgendwo und es war vor dem Angelvergnügen ein einstündiger Fußmarsch teils steil bergauf erforderlich. Aber der Nachmittag war super, einsam und in wunderschöner Natur. Mangels Kohle gab es die Forellen aber erst am nächsten Tag.

Tag6-Angeln

Weiter ging es dann immer den Hardangerfjord entlang auf der Straße 48/49 mit der Fähre nach Rosendal weiter über Sunda und Olen nach Sand, wo wir den günstigste Campingplatz für 60 Kr bekommen haben. Dort gab es vom Betreiber noch einen Einweggrill auf dem wir dann die Forellen vom Vortag gemacht haben. Einfach nur Salz und Pfeffer und die waren saulecker!

Tag7-Fähre Hardangerfjord4

Tag7-Forellen

Morgens dann am Sandsfjord entlang, weiter auf der Straße 13 Richtung Preikestolen.

Tag8-Tyssefjord2

Tag8-Tyssefjord3

Eigentlich wollte ich da unbedingt mal hinauf. Allerdings hatten wir langsam etwas Zeitdruck und der Aufstieg von gut 2 Stunden über nicht ganz einfaches Gelände in Mopedklamotten war dann doch nicht so reizvoll.

Tag8-Preikestolenparkplatz

Das nächste Mal mit mehr Zeit ist er aber Pflicht. So sind wir dann direkt über die Brücke am Eingang zum Lysefjord nach Forsand gefahren, um dort die Fähre nach Lysebotn zu nehmen.

Tag8-Lysefjord Eingang

Der Lysefjord ist so felsig und steil, dass es dort nur sehr wenige Häuser direkt am Wasser gibt, die nur über Wanderwege oder über Wasser zu erreichen sind. Gigantisch, wie sich die Felsen aus dem Wasser erheben und den schmalen langgezogenen Fjord abgrenzen.

Tag8-Lysefjord4

Tag8-Lysefjord7

Der pfeifende Wind in dieser Schlucht und die 47km/h schnelle Fähre sorgten dafür, dass einem der Kaffee aus dem Becher geweht wurde. Hinter jeder Biegung taten sich neue Felswände auf bis wir schließlich das Ende mit dem Ort Lysebotn erreichten. Dort haben wir den freundlichen Campingplatz genutzt. Eigentlich wollten wir noch weiter fahren und wieder an einem See campen. Das wäre allerdings fatal gewesen, denn die Straße von Lysebotn führt über ein Bergmassiv, auf dem es am nächsten Morgen verdammt kalt war….. Offensichtlich wird der Campingplatz von einem Basejumper betrieben, bzw. steht mit dem Basejumpen in enger Verbindung. Der Wind, der durch die Schlucht des Lysefjordes pfeift veranlasste uns dazu, unser Zelt dieses mal abzuspannen und das war auch gut so. Dafür hatten wir am nächsten Tag aber erstmalig ein trockenes Zelt.

Tag8-Lysefjord Nacht

Tag 9 bedeutete rund 500km zu Roy zurück zu fahren, also standen wir früh auf und kamen auch gegen 09:00 Uhr los. Erstmal über das Bergmassiv hinter Lysebotn. Dort oben war es bitterkalt und ein ständiger Nieselregel verschlechterte die Sicht.

Tag9-Lysebotn 1

Eine unwirtliche aber reizvolle Gegend.

Tag9-Lysebotn

Anschließend führte die Rückfahrt über Dalen, Seljord, die Straße 37 nach Kongsberg und dann recht langweilig über Drammen nach Oslo. Endlich aus Oslo raus wurden die Straßen wieder kurviger und führten durch Wälder nach Skotterud zu Roy. Dort haben wir abends noch lange gesessen und unser erlebtes erzählt und uns über Gott und die Welt unterhalten.

An Tag 10 war dann der wirklich lange Rückweg an der Reihe. Ich hatte ziemliche Bedenken, ob meine abgefahrenen Reifen die Strecke von knapp 1000km noch durchhalten. Die Lösung vorweg, sie haben durchgehalten. Erst ging es einmal quer durch Südschweden, westlich am Vänern vorbei und dann auf der Europastraße 6 ziemlich unspektakulär nach Trelleborg. Dort haben wir noch Lebensmittel eingekauft und die Fähre nach Rostock knapp verpasst, da wir irgendwie eine andere Abfahrtzeit im Kopf hatten. Also haben wir zwei Stunden gewartet

tag9-Trelleborg

und sind dann über Sassnitz nach knapp 20 Stunden in Berlin eingetroffen.

Eine herrliche Reise und sicher nicht die letzte nach Norwegen!

Diashow Norwegenreise

Mai 182010
 

So eigentlich war 4 Tage Thüringer Wald auf dem Programm aber die Warmduscher haben den Arsch eingekniffen… soll ja regnen. Also ich die Julia unterm Arm gepackt, geguckt, wo soll es schön sein und das nächste erreichbare Ziel war….. Holland!

Also Mittwoch morgens um neun noch den Arjey aus der Bude geworfen und die Julia abgeholt. Sie fährt seit 2 Jahren aber nur inner Stadt und hat noch keine wirkliche große Tour gemacht. Außerdem war sie immer ziemlich verkrampft und wollte nie auf den Daniel hören… diesmal sollte alles anders werden. Sie wollte es lernen! Also Holland denkt sich der Daniel ist genau das richtige….

Rauf auf die Bahn und bei arschkalten 6°C bis Recklinghausen, dann ging nichts mehr! Griffheizung ist ja sowas geiles! :mrgreen: Julia war steifgefroren also Hotelzimmer gesucht. Donnerstag dann auf der Bahn bis Emmerich am Rein und dann rüber über die Grenze…. rauf aufn Deich und ab bis Rotterdam. Ich hatte nur kurz davon gelesen aber die deichen ihre großen Flüsse ein und darauf kann man super fahren. Zwar nur 60 und die Straßen sind nur so knapp 3m breit und da fahren Radfahrer und die habee diese verschissenen „Drempels“ (Höcker zur Geschwindigkeitsreduzierung) aber da sind Kurven ohne Ende. Genau das richtige für nen Anfänger, nämlich mal sauberes Kurvenfahren üben ohne Streß!

Von Rotterdam an der Nordseeküste nach Norden und lecker Fisch auf den Promenanden gegessen aber ziemlich schnell die Schnauze voll gehabt, weil man da nur noch durch Ortschaften fährt….. also schnell an Amsterdamm westlich noch vorbei Richtung Süden und wieder Richtung Deiche! Darauf dann Freitag zurück ins Reich und auf Landstraßen, die noch nich sooo kurvig waren das gelernte langsam umgesetzt bei StVO zugelassenen Geschwindigkeiten bis Münster. Dort gepennt, die Reste des Münsterlandes genossen und rein ins Weserbergland, in Bad Pyrmont ziemlich fertig ins Bett gesunken und bei Julia ordentliche Fortschritte festgestellt. Sie gibt sich richtig Mühe und fängt an Spaß zu haben. Die Angst vor dem Krad ist wie weggeblasen! Heute dann das Weserbergland so richtig genossen, an den Kreuzungen sieht man ein Strahlen unter ihrem Helm! und dann rein in den Harz und bei einer Pause die freudige Nachricht:“Ihr Koffer hat einmal aufgesetzt und war gar nicht schlimm!“ Kurz noch durch den Ostharz dann ab Richtung Magdeburg und rauf auf die Bahn und nach Hause!

Nicht zu vergessen, sie fährt ne olle wackelige Transalp mit ausgelutschtem Fahrwerk, die ganze Zeit mit vollem Gepäck gefahren, da wackelt ihr Arsch wie nen Lämmerschwanz…… zumindest bei 160….. :mrgreen:

Wird Zeit, dass sie ne ordentliche Karre bekommt… denke da an nen Dreitopf! :mrgreen: Den bekommt sie noch ganz gut rangiert! Man das geile Gefühl hätte sie schon vor zwei Jahren haben können, wenn sie nur mal gemacht hätte, was ich ihr gesagt habe….. hehe

Was soll ich sagen, ne geile Woche wars….. ach ja in Holland sind die Hotels verdammt teuer! Die spinnen! Aber der Käse ist unglaublich lecker!

Sep 232007
 

Ich war mal wieder drei Tage in Österreich. Grund war der Geburtstag meiner Oma. Das habe ich natürlich genutzt, um ein paar kleine Runden mit dem Mopet zu drehen.

Am ersten Tag bin ich nur eine kurze Vormittagsrunde gefahren. Ich wollte endlich mal den Mangart befahren. Nach dem Erdrutsch im Jahre 2000 habe ich immer wieder unterschiedliche Informationen bekommen, ob die Straße nun wieder befahrbar ist oder nicht. Also zur Auflösung, sie ist wieder befahrbar. Ganz am Anfang gibt es noch ein kleines Stück Schotterweg. Aber das ist probemlos befahrbar. Ansonsten war ich das erste mal auf dem Mangart. Die Straße nach oben ist sehr schmal aber sonst gut ausgebaut. Enge Kurven direkt an der Felswand und wenig Platz für Gegenverkehr. Dunkle aus dem Fels gehauene Tunnel.

Mangart7

Oft liegt Geröll auf der Straße, also vorsichtig fahren. Leider mußten wir kurz vor dem Gipfel umdrehen. Unser Guide Michael stand plötzlich auf einer Eisfläche, die die ganze Fahrbahn überzogen hatte. Doro kam am Anfang der Eisfläche zum Stehen und ich zum Glück davor. also hieß es Platz machen nach unten und Michaels dicke Harley vom Eis kriegen. Zum Glück gelang das ohne größere Probleme und vor allem ohne sie umzuwerfen.

Mangart6

Mangart3

Danach sind wir noch über Sella Nevea nach Chiusaforte.

Sellanevea

Die beiden sind dann weiter gen Süden und ich bin zum Geburtstagfeiern wieder gen Heimat gefahren.

Freitag sind wir dann über Feldkirchen zur Nockalmstraße gefahren danach Richtung Gmünd und ins Maltatal hoch zur Talsperre.

Maltatal3

Maltatal1

Nockalmstraße und die Straße zur Talsperre waren gut befahrbar. An schattigen Orten war die Fahrbahn zwar naß und leicht rutschig aber mit etwas Vorsicht war das kein Problem. An der Talsperre haben wir uns dann entschieden den gleichen Weg zurück zu nehmen. Gesagt getan. Abends sind wir dann zur Eder Wirtin auf der Gerlitzen gefahren und haben lecker gegessen.

Aug 192007
 

Gestern waren wir auf dem Sommerfest der Born To Be Wild Frankfurt (Oder) am Helenesee. Ich war mit den Burning Steel unterwegs als Gastfahrer. Ein paar super nette Biker um meinem Kumpel Dorian, den ich noch vom Studium kenne. Wetter war top, die Jungs waren cool, super gegrillt, schön im See geplanscht, ordentlich Bier getrunken und ne Menge Spaß gehabt. Leider waren die Bands nicht der Bringer und die Mädels auf der Bühne waren auch nicht so wirklich top. Für 50 Euro haben sich 16 unter 20 jährige Mädels zum Löffel gemacht und nur die häßlichste von denen hat ihren Hintern gezeigt. Die Gewinnerin hat nichtmal ihr Shirt gelupft!

Bikes waren einige nette zu sehen. Habe aber nur dieses eine hier fotografiert.

Custombike 2

Allerdings hat die Hütte so viel Öl verbrannt als sie weg fuhr, daß man sie dann nicht mehr gesehen hat!

Aber alles in allem hatten wir ne Menge Spaß! Und Jungs waren cool und das ist entscheidend!