Sep 302013
 

Nun habe ich die einwöchige Wanderung auf dem Bohusleden im August 2013 endlich in diesem Blog veröffentlicht. Ich habe dieses mal die einzelenn Tage aus meinem kleinen Reisetagebuch übernommen und einzelne Einträge für jeden Tag angelegt. Mal sehen ob das der Lesbarkeit zuträglich ist.

Aber was gibt es zu diesem Teil des diesjährigen Urlaubs zu sagen, was habe ich gelernt?

Zuerst bleibt festzustellen, dass es mal wieder ein wundervoller Urlaub war, mit tollen Eindrücken, interessanten Menschen, die ich getroffen habe und bleibenden Erinnerungen.

Der Rucksack war wieder zu schwer. Das liegt sicher auch daran, dass der leere Rucksack schon recht schwer ist. Ein Tragegestell aus Aluminium und sehr widerstandsfähiger aber auch schwerer Cordurastoff, sowie die Größe fordern ihren Preis beim Gewicht. Es handelt sich um einen Rucksack der Spezialeinheiten der Bundeswehr, was u.a. diese Widerstandsfähigkeit und das hohe Volumen und erfordert. Hier wären also zu einem zivilen Wanderrucksack sicher 2 Kilo zu sparen. Auch dieses Mal hatte ich wieder Bundeswehr EPAs dabei. Auch diese wiegen recht viel, da sie fertig und nicht wassereduziert sind. Also wäre auch hier sicher noch ein Kilo einzusparen. Ansonsten habe ich zur letzten Wanderung schon bewußt Dinge weggelassen, die ich nicht brauche. Aber für die Zukunft werde ich noch weitere Dinge weglassen. Ein Beil werde ich zum Beispiel nur noch mitnehmen, wenn ich zu mehreren laufe. Auch der Bundeswehr Poncho ist zwar Widerstandsfähig aber mit seiner dicken Gummierung einfach zu schwer. Auch auf dieser Wanderung kam ich täglich an Seen vorbei. Es war letztendlich nicht nötig, immer 4-6 Liter Wasser mitzuschleppen. Mein hoher Wasserverbrauch hing sicher auch mit dem hohen Gewicht, dass ich jeden Tag zu bewegen hatte, zusammen.

Es hat sich wieder ausgezahlt, schon sehr früh die gefährdeten Stellen an den Füßen zu tapen. Ich habe mir keine einzige Blase gelaufen.

Ansonsten werde ich mir für das nächste Mal einen ebeneren Weg suchen. Ich bewege mich grundsätzlich einfach zu wenig und habe Probleme mit dem ständigen Auf und Ab. Auf geraden Wegen kann ich auch mit Rucksack weit laufen und fühle mich einfach besser und kann die Gegend mehr genießen. Ich werde mir für das nächste Mal den West Highland Way mal näher ins Auge fassen. Das Profil dort scheint nicht ständig steile Anstiege zu haben. Schaun wir mal. Ich freu mich schon!

Sep 302013
 

Heute ging es direkt nach Uddevalla. Wir fanden den Weg zurück auf den Bohusleden recht zügig und über Wiesen und Wege, vorbei an dem Vereinsheim in „Stenshult“ mit einer guten Windschutzhütte und Frischwasserleitung. Wir passierten einen großen Pferdehof mit weitläufigen Koppelanlagen immer Richtung Norden.

Fehler

Direkt an der Überquerung der E6 darf man sich in keinem Fall an die Markierungen halten. Diese führen ins Leere, da der Weg hier einst umgelegt wurde. Man muss über die Motocrossstrecke laufen (orange dreieckige Pfeile) halb durch den Steinbruch und vorbei an der Motorsportanlage. Dann gelangt man auf die Bundesstraße 44 und an das Ende dieser Etappe. Von dort kommt man mit dem Bus 679 direkt nach Uddevalla „Kampenhof“ dem Zentrum mit Fußgängerzone, Touristeninfo und Busterminal in alle Richtungen. Der Bahnhof ist fußläufig zu erreichen oder mit einem anderen Bus.

Von dort fuhren wir weiter in Richtung „Unda“ auf den dortigen gleichnamigen Campingplatz. Wir nahmen uns zusammen eine 4er Stuga und genossen das erste Bett seit einer Woche. ich wusch meine Klamotten für den zweiten Teil meiner Reise.

Fjord bei Uddevalla

Sep 292013
 

Der Tag 6 war ein durchwachsener Tag. Es war bewölkt, regnete aber glücklicherweise nicht. Anfangs mussten wir den Wanderweg, den wir gekommen waren weiterlaufen, um auf den Bohusleden zurückzugelangen. Wir kamen nun ein gutes Stück weiter auf dem Bohusleden an, so dass wir den Umweg zu der Luxushütte nicht „umsonst“ gelaufen sind. Auf berühmten Wurzelwegen ging es nun munter im Wechsel auf und ab, an Seen vorbei durch den Schwedischen „Urwald“

Fototermin

Vollgepackt

bis wir schließlich auf einen Kiesweg gelangten. Der Weg führte nun über Straßen und war damit weniger anstrengend. Auf „Etappe 12“ war etwa 2-3 km hinter dem Startpunkt am See „St. Tokevatten“ ein Campingplatz eingezeichnet. Ronja, Manuel und ich freuten uns auf diesen Platz, nicht zuletzt, da sich Manuel mit seinem Knie mächtig plagte. So verabschiedeten wir uns, versprachen in Kontakt zu bleiben und und machten uns auf den Weg zu diesem Campingplatz. Leider gab es den Platz nicht. Das Symbol auf der Karte sollte wohl „nur“ eine schöne Stelle zum Wildcampen beschrieben, die wir wahrscheinlich auch gefunden haben. Wir machten es uns dort gemütlich, kochten und bauten unser Lager auf. Es gab einen herrlichen Mondschein und wir gingen früh zu Bett.

Mondschein Tag 6

Sep 292013
 

Nach der doch recht unruhigen Nacht brauchten morgens alle etwas länger, um in die Gänge zu kommen. Andi ist etwa eine Stunde vor dem Rest losgelaufen. Ronja, Manuel, Simon, Johannes und ich starteten dann gegen 10 Uhr. Das Wetter war gut. Blauer Himmel und wenige Wolken, zu warm war es auch nicht.

Plan

Auf Etappe 11 haben wir uns an der Bundesstraße 167 von Johannes und Simon getrennt. Wir wollten etwas abkürzen auf gerader Strecke wandern. Wieder getroffen haben wir uns an der Windschutzhütte am Store Väctor. Sie ist recht klein und erinnert an eine Bushaltestelle. Leider ist der Platz auch schon seit einiger Zeit vermüllt. Wir haben unsere Füße gelüftet, gegessen und Wasser aufgefüllt.

Tag 5, Pause Schutzhütte Stora Väktor

Ab diesem Moment war das Wort „Pumpe“ tabu. Insider wissen warum. Weiter ging es dann zum See Skimlingen. Zu diesem Zeitpunkt habe ich festgestellt, dass ich eine alte Version der Karte dabei hatte, auf der einige Hütten gar nicht eingezeichnet sind. Wir verließen hier den Weg und folgten einem anderen Wanderweg zu diesen Hütten. Es war nicht ganz sicher, ob wir richtig sind und wir kämpften uns über Wurzelwege bergauf und bergab. An der ersten Hütte, die wir schließlich erreichten war es allerdings nicht so gemütlich. In jedem Fall war ich platt und daran konnten auch die leckeren Blaubeeren nichts ändern, die wir auf dem Weg in rauhen Mengen fanden. Manuel hatte nun auch mit einem Knie Probleme. Wir fanden an der Hütte einen Zettel, auf dem jemand von einer zweite besseren Hütte schrieb. Johannes und Simon wurden als Späher ohne Gepäck losgeschickt und wir ruhten aus. Ich sammelte noch eine Tasse voller Blaubeeren. Schließlich kamen die beiden zurück und berichteten, dass sie Andi an einer traumhaften Hütte getroffen hätte und der Zettel von ihm stamme. Diese Aussicht weckte unsere letzten Kräfte und ich verteilte die Blaubeeren an die Überbringer der guten Botschaft. Anschließend machten wir uns auf den Weg und trafen eine gute Viertel Stunde später an dieser traumhaften Hütte ein.

Luxushütte Tag 5

Groß, mit Tischen und Bänken und einem herrlichen See. Zudem war es schön warm, so dass alle baden gingen

Wohltat

Sonnenbaden

und wir unsere Klamotten wuschen. Die richtige Belohnung nach einem anstrengenden Tag.

Müde

Sep 292013
 

Heute bin ich glaube ich erst spät aufgestanden. Es war kühl und die Aussicht auf klamme Klamotten nicht gerade prickelnd. Also habe ich die Wärme des Schlafsackes noch ein wenig genossen. Aber irgednwann musste ich ja doch auf. Also alles schnell zusammengepackt und los ging es. Gegessen habe ich das erste Mal gegen 11 Uhr am Ufer des Hällvatten, einem kleinen Tümpel umgeben von toter Vegetation. Der Name ist also nicht unverdient. Danach ging es flott weiter. Der Weg war eben und es waren nur wenige Hügel im Weg. Dafür gab es zahlreiche Schlammlöcher und nasses Wildgras und die typischen Bohlenwege.

Plankenweg

Ein bischen Schwund ist halt immer. Überall die typischen Wegweiser, die ständigen begleiter neben orangen Ringen und Punkten.

Wegbegleiter

Nachmittags kam das Wasser dann auch von oben. Am St. Hällbovatten habe ich gerade noch rechtzeitig vor dem Regen eine kleine Pause einlegen können. Die Füße im kalten Wasser baumeln lassen und ein wenig die Augen schließen.

Stora Hallbovatten

Nachdem ich dann eine gute Stunde im Regen gewandert bin, kam ich gegen 15 Uhr an einer Windschutzhütte am See Djupevatten an. Ich wäre gerne noch weiter gelaufen, da es auch noch früh am Tag war und ich heute nicht sehr viel gelaufen bin. Aber ich wollte auch nicht weiter bei dem Wetter. Es kam lange keine Hütte mehr und hier hatte ich in jedem Fall einen trockenen Schlafplatz. Also die Socken aufgehangen und gemütlich gemacht.

Unterkunft Tag 4

Alles nass Tag 4

Die Entscheidung hier zu bleiben stellte sich in vielerlei Hinsicht als gut heraus, denn nach und nach trudelten meine künftigen Weggefähten ein. Zuerst kamen Ronja und Manuel an, später dann Johannes und Simon und schließlich Andi. Zu sechst machten wir es uns bequem. Allerdings sollte es sich herausstellen, dass die Hütte nicht wirklich dicht war. So verbrachten wir viel Zeit damit, sie provisorisch abzudichten mit Planen und Panzertape. Es wurde eine unruhige Nacht aber wir blieben weitesgehend trocken.