mopetenreiter

Sep 302013
 

Nun habe ich die einwöchige Wanderung auf dem Bohusleden im August 2013 endlich in diesem Blog veröffentlicht. Ich habe dieses mal die einzelenn Tage aus meinem kleinen Reisetagebuch übernommen und einzelne Einträge für jeden Tag angelegt. Mal sehen ob das der Lesbarkeit zuträglich ist.

Aber was gibt es zu diesem Teil des diesjährigen Urlaubs zu sagen, was habe ich gelernt?

Zuerst bleibt festzustellen, dass es mal wieder ein wundervoller Urlaub war, mit tollen Eindrücken, interessanten Menschen, die ich getroffen habe und bleibenden Erinnerungen.

Der Rucksack war wieder zu schwer. Das liegt sicher auch daran, dass der leere Rucksack schon recht schwer ist. Ein Tragegestell aus Aluminium und sehr widerstandsfähiger aber auch schwerer Cordurastoff, sowie die Größe fordern ihren Preis beim Gewicht. Es handelt sich um einen Rucksack der Spezialeinheiten der Bundeswehr, was u.a. diese Widerstandsfähigkeit und das hohe Volumen und erfordert. Hier wären also zu einem zivilen Wanderrucksack sicher 2 Kilo zu sparen. Auch dieses Mal hatte ich wieder Bundeswehr EPAs dabei. Auch diese wiegen recht viel, da sie fertig und nicht wassereduziert sind. Also wäre auch hier sicher noch ein Kilo einzusparen. Ansonsten habe ich zur letzten Wanderung schon bewußt Dinge weggelassen, die ich nicht brauche. Aber für die Zukunft werde ich noch weitere Dinge weglassen. Ein Beil werde ich zum Beispiel nur noch mitnehmen, wenn ich zu mehreren laufe. Auch der Bundeswehr Poncho ist zwar Widerstandsfähig aber mit seiner dicken Gummierung einfach zu schwer. Auch auf dieser Wanderung kam ich täglich an Seen vorbei. Es war letztendlich nicht nötig, immer 4-6 Liter Wasser mitzuschleppen. Mein hoher Wasserverbrauch hing sicher auch mit dem hohen Gewicht, dass ich jeden Tag zu bewegen hatte, zusammen.

Es hat sich wieder ausgezahlt, schon sehr früh die gefährdeten Stellen an den Füßen zu tapen. Ich habe mir keine einzige Blase gelaufen.

Ansonsten werde ich mir für das nächste Mal einen ebeneren Weg suchen. Ich bewege mich grundsätzlich einfach zu wenig und habe Probleme mit dem ständigen Auf und Ab. Auf geraden Wegen kann ich auch mit Rucksack weit laufen und fühle mich einfach besser und kann die Gegend mehr genießen. Ich werde mir für das nächste Mal den West Highland Way mal näher ins Auge fassen. Das Profil dort scheint nicht ständig steile Anstiege zu haben. Schaun wir mal. Ich freu mich schon!

Sep 302013
 

Heute ging es direkt nach Uddevalla. Wir fanden den Weg zurück auf den Bohusleden recht zügig und über Wiesen und Wege, vorbei an dem Vereinsheim in „Stenshult“ mit einer guten Windschutzhütte und Frischwasserleitung. Wir passierten einen großen Pferdehof mit weitläufigen Koppelanlagen immer Richtung Norden.

Fehler

Direkt an der Überquerung der E6 darf man sich in keinem Fall an die Markierungen halten. Diese führen ins Leere, da der Weg hier einst umgelegt wurde. Man muss über die Motocrossstrecke laufen (orange dreieckige Pfeile) halb durch den Steinbruch und vorbei an der Motorsportanlage. Dann gelangt man auf die Bundesstraße 44 und an das Ende dieser Etappe. Von dort kommt man mit dem Bus 679 direkt nach Uddevalla „Kampenhof“ dem Zentrum mit Fußgängerzone, Touristeninfo und Busterminal in alle Richtungen. Der Bahnhof ist fußläufig zu erreichen oder mit einem anderen Bus.

Von dort fuhren wir weiter in Richtung „Unda“ auf den dortigen gleichnamigen Campingplatz. Wir nahmen uns zusammen eine 4er Stuga und genossen das erste Bett seit einer Woche. ich wusch meine Klamotten für den zweiten Teil meiner Reise.

Fjord bei Uddevalla

Sep 292013
 

Der Tag 6 war ein durchwachsener Tag. Es war bewölkt, regnete aber glücklicherweise nicht. Anfangs mussten wir den Wanderweg, den wir gekommen waren weiterlaufen, um auf den Bohusleden zurückzugelangen. Wir kamen nun ein gutes Stück weiter auf dem Bohusleden an, so dass wir den Umweg zu der Luxushütte nicht „umsonst“ gelaufen sind. Auf berühmten Wurzelwegen ging es nun munter im Wechsel auf und ab, an Seen vorbei durch den Schwedischen „Urwald“

Fototermin

Vollgepackt

bis wir schließlich auf einen Kiesweg gelangten. Der Weg führte nun über Straßen und war damit weniger anstrengend. Auf „Etappe 12“ war etwa 2-3 km hinter dem Startpunkt am See „St. Tokevatten“ ein Campingplatz eingezeichnet. Ronja, Manuel und ich freuten uns auf diesen Platz, nicht zuletzt, da sich Manuel mit seinem Knie mächtig plagte. So verabschiedeten wir uns, versprachen in Kontakt zu bleiben und und machten uns auf den Weg zu diesem Campingplatz. Leider gab es den Platz nicht. Das Symbol auf der Karte sollte wohl „nur“ eine schöne Stelle zum Wildcampen beschrieben, die wir wahrscheinlich auch gefunden haben. Wir machten es uns dort gemütlich, kochten und bauten unser Lager auf. Es gab einen herrlichen Mondschein und wir gingen früh zu Bett.

Mondschein Tag 6

Sep 292013
 

Nach der doch recht unruhigen Nacht brauchten morgens alle etwas länger, um in die Gänge zu kommen. Andi ist etwa eine Stunde vor dem Rest losgelaufen. Ronja, Manuel, Simon, Johannes und ich starteten dann gegen 10 Uhr. Das Wetter war gut. Blauer Himmel und wenige Wolken, zu warm war es auch nicht.

Plan

Auf Etappe 11 haben wir uns an der Bundesstraße 167 von Johannes und Simon getrennt. Wir wollten etwas abkürzen auf gerader Strecke wandern. Wieder getroffen haben wir uns an der Windschutzhütte am Store Väctor. Sie ist recht klein und erinnert an eine Bushaltestelle. Leider ist der Platz auch schon seit einiger Zeit vermüllt. Wir haben unsere Füße gelüftet, gegessen und Wasser aufgefüllt.

Tag 5, Pause Schutzhütte Stora Väktor

Ab diesem Moment war das Wort „Pumpe“ tabu. Insider wissen warum. Weiter ging es dann zum See Skimlingen. Zu diesem Zeitpunkt habe ich festgestellt, dass ich eine alte Version der Karte dabei hatte, auf der einige Hütten gar nicht eingezeichnet sind. Wir verließen hier den Weg und folgten einem anderen Wanderweg zu diesen Hütten. Es war nicht ganz sicher, ob wir richtig sind und wir kämpften uns über Wurzelwege bergauf und bergab. An der ersten Hütte, die wir schließlich erreichten war es allerdings nicht so gemütlich. In jedem Fall war ich platt und daran konnten auch die leckeren Blaubeeren nichts ändern, die wir auf dem Weg in rauhen Mengen fanden. Manuel hatte nun auch mit einem Knie Probleme. Wir fanden an der Hütte einen Zettel, auf dem jemand von einer zweite besseren Hütte schrieb. Johannes und Simon wurden als Späher ohne Gepäck losgeschickt und wir ruhten aus. Ich sammelte noch eine Tasse voller Blaubeeren. Schließlich kamen die beiden zurück und berichteten, dass sie Andi an einer traumhaften Hütte getroffen hätte und der Zettel von ihm stamme. Diese Aussicht weckte unsere letzten Kräfte und ich verteilte die Blaubeeren an die Überbringer der guten Botschaft. Anschließend machten wir uns auf den Weg und trafen eine gute Viertel Stunde später an dieser traumhaften Hütte ein.

Luxushütte Tag 5

Groß, mit Tischen und Bänken und einem herrlichen See. Zudem war es schön warm, so dass alle baden gingen

Wohltat

Sonnenbaden

und wir unsere Klamotten wuschen. Die richtige Belohnung nach einem anstrengenden Tag.

Müde

Sep 292013
 

Heute bin ich glaube ich erst spät aufgestanden. Es war kühl und die Aussicht auf klamme Klamotten nicht gerade prickelnd. Also habe ich die Wärme des Schlafsackes noch ein wenig genossen. Aber irgednwann musste ich ja doch auf. Also alles schnell zusammengepackt und los ging es. Gegessen habe ich das erste Mal gegen 11 Uhr am Ufer des Hällvatten, einem kleinen Tümpel umgeben von toter Vegetation. Der Name ist also nicht unverdient. Danach ging es flott weiter. Der Weg war eben und es waren nur wenige Hügel im Weg. Dafür gab es zahlreiche Schlammlöcher und nasses Wildgras und die typischen Bohlenwege.

Plankenweg

Ein bischen Schwund ist halt immer. Überall die typischen Wegweiser, die ständigen begleiter neben orangen Ringen und Punkten.

Wegbegleiter

Nachmittags kam das Wasser dann auch von oben. Am St. Hällbovatten habe ich gerade noch rechtzeitig vor dem Regen eine kleine Pause einlegen können. Die Füße im kalten Wasser baumeln lassen und ein wenig die Augen schließen.

Stora Hallbovatten

Nachdem ich dann eine gute Stunde im Regen gewandert bin, kam ich gegen 15 Uhr an einer Windschutzhütte am See Djupevatten an. Ich wäre gerne noch weiter gelaufen, da es auch noch früh am Tag war und ich heute nicht sehr viel gelaufen bin. Aber ich wollte auch nicht weiter bei dem Wetter. Es kam lange keine Hütte mehr und hier hatte ich in jedem Fall einen trockenen Schlafplatz. Also die Socken aufgehangen und gemütlich gemacht.

Unterkunft Tag 4

Alles nass Tag 4

Die Entscheidung hier zu bleiben stellte sich in vielerlei Hinsicht als gut heraus, denn nach und nach trudelten meine künftigen Weggefähten ein. Zuerst kamen Ronja und Manuel an, später dann Johannes und Simon und schließlich Andi. Zu sechst machten wir es uns bequem. Allerdings sollte es sich herausstellen, dass die Hütte nicht wirklich dicht war. So verbrachten wir viel Zeit damit, sie provisorisch abzudichten mit Planen und Panzertape. Es wurde eine unruhige Nacht aber wir blieben weitesgehend trocken.

Aug 302013
 

Nachdem die Sonne gestern Abend schön lange bis zu ihrem Untergang in meine Huette schien, kam sie natuerlich morgens von hinten und dementsprechend kuehl war es dann auch. Also schnell angezogen, gepackt und los. Wurzelwege werden noch zum Unwort der Tour und auf den nassen Wurzeln bin ich auch zweimal ordentlich ausgerutscht.

Wurzelwege

Man merkt deutlich, wenn die Erschöpfung zu Konzentrationsmängeln fuehrt. Deswegen habe ich dann an einem wunderschönen Rastplatz mit Blick auf en See Ålevatten ein ordentliches Mittag zu mir genommen und Pause gemacht. Es gab Nudeln mit Pesto, die hervorragend geschmeckt haben. Bottenstugan ist ein voller Reinfall gewesen. Eine nette Anlage aber wenn das Haus der Wegarbeiter geschlossen ist, gibt es kein Wasser. Dafuer eine schöne Schutzhuette und eine wirklich tolle Grillhuette. Aber ich brauchte dringend Wasser, also weiter zum nahegelegenen See. Dort habe ich mich gewaschen und die Wasserblasen gefuellt. Ansonsten war die Etappe ein Kampf, immer wieder bergauf und bergab. Am Abend habe ich dann ein deutsches Päärchen getroffen. Wir haben gemeinsam beobachtet, wie Hubschrauber riesige Mengen Pulver in den See „Stora Hamevatten“  abgeworfen haben. Sah beeindruckend aus.

Stora Hamevatten

Stora Hamevatten Kalk

Ich hatte die Hubschrauber schon lange immer wieder anfliegen gehört und gedacht, dass sie jemanden suchen. Als ich sie dann mit ihren Ladungssäcken gesehen habe, dachte ich, dass sie einen Waldbrand löschen wuerden. Aber dann sah ich die Pulverwolken ueber dem See, wenn sie ihre Ladung ausklinkten. Später habe ich erfahren, dass es sich um Kalk handelt, um den pH Wert der Seen wieder auszugleichen, da die Fische und Pflanzen dort am Sterben sind.

Eigentlich wäre das ein schöner See zum Uebernachten gewesen, aber ich wollte nicht irgendwann in einer Pulverwolke stehen, also ging ich weiter. Ich lief also weiter und kam abends völlig erschöpft an der nächsten Windschutzhuette an, die natuerlich besetzt war. Wie ich später erfuhr, von einem Päärchen, dass dort mehrere Tage blieb, wegen des schlechten Wetters….. 😉 Einige Meter weiter fand ich aber einen tollen Platz zum Uebrnachten, direkt am Wasser, windgeschuetzt und sauber. Also Tarp aufgebaut, gekocht, mich frisch gemacht und auch bald totmuede ins Bett gefallen.

Unterkunft Tag 3

Aug 302013
 

Die Nacht war kurz, oder lang, wie man will. Ich hatte ja wegen des Regens sehr frueh mein Lager aufgeschlagen und nach dem Essen nicht mehr wirklich viel zu tun. Es war also noch lange hell. Aber als es dann dunkel wurde…. meine Herren, wie in einem Bärenarsch! 😉 Es war völlig still im Wald, keine Geräusche. Ich brauche in der ersten Nacht im Wald immer einige Zeit, mich daran zu gewöhnen. Als Stadtmensch ist man Dunkelheit und Stille in diesem Ausmass nicht gewöhnt. Es ist immer irgendwo ein Geräusch und irgendwo leuchtet immer etwas. Eben nicht so im Wald und das muss der Kopf erstmal verarbeiten. Ich schlief daher erwarteter Weise nicht viel, sondern döste nur und horchte….. Es war dann ein Genuss nach der langen Nacht in die nassen Klamotten und Schuhe zu steigen. Nach etwa 6 km mache ich an einem See Pause. Auf dem Bauernhof am gegenueberliegenden Ufer ist anscheinend eine Tourette – Kuh. Nur am muhen…. kann die mal einer schlachten? 😉 Der Wassersack wird aufgefuellt und es geht weiter. Bisher ging es ueber nasse Waldwege und Schotterwege, selten durch Wildgras. In Dalen finde ich einen alten Bauernhof, mit Liebe als eine Art Museum hergerichtet. Dort steht auch eine Pumpe, die frisches Trinkwasser verspricht und auch die Einträge im Gästebuch, bestätigen das. Ich leere also einen Wassersack und will pumpen…. und ….. nichts! Pumpe geht nicht. Später werde ich erfahren, dass sie doch funktioniert, man muss nur oben etwas Wasser reinkippen, damit sie Druck aufbauen kann…. Das muss man einem doch sagen. Argh! Wenigstens kam hier die Sonne wieder raus und ich liess sie mir gleich auf den Pelz scheinen. Als ich so meine Pause mache und meine Tomatensuppe verputzt hatte, kommt ein älteres freundliches schwedisches Paar vorbei. Sie sind auf Pilzsuche und machen auch Pause. Sie laden mich noch auf frisches mitgebrachtes Obst und Gemuese aus ihrem Garten ein und nach einem kuren Gespräch ist es fuer mich auch wieder Zeit, weiter zu ziehen.

Es geht nun weiter, durch Wälder mit Wurzelwegen. Natuerlich kräftezehrend immer bergauf und bergab, so wie noch sehr häufig in den nächsten Tagen. Hinter Grandalen entdecke ich diese alte Ruine, die nun steinerne Notschutzhuete ist.

berühmte Notunterkunft

Man sieht sie eigentlich auf vielen Bildern von Bohusledenberichten. Im Notfall bietet sie wirklich zwei Personen Platz. Ich frage mich, ob hier auch mal jemand uebernachtet…. Kurz darauf kommt dann auch die richtige auf der Karte eingezeichnete Huette mit herrlichem Blick auf den See.

Unterkunft Tag 2

Aussicht Unterkunft Tag 2

Das Wetter ist mittlerweile sehr gut und ich nutze die Zeit, um mich zu waschen. Es war herrlich, die Fuesse einfach nur ins Wasser zu halten. Die Klamotten sind mittlerweile auch fast trocken. Den Fuessen geht es soweit gut, keine Blasen, keine dollen Schmerzen. Nur die Fussgelenke und der Ruecken zicken etwas wegen der ungewohnten Belastung.

Nachts hatte ich dann dieses Erlebnis mit der Maus. Ich wachte auf vom Rascheln der Muelltuete, die ich unbedachterweise in der Huette hatte liegen lassen. Normalerweise hänge ich den Muell etwas abseits an einen Baum, damit der Essengeruch keine Tiere in mein Schlafreich lockt. So nicht diese Nacht und diese kleine freche Maus ist also fleissig in der Tuete am mampfen. Aber alles Verjagen nutzte nix. Sie kam immer wieder und hockte sich hin und guckte mich frech an. Da ich aber noch etwas Ruhe die Nacht finden wollte, fiel die Maus einem plötzlichen Meteoriteneinschlag zum Opfer.

Aug 292013
 

Der Wecker klingelt um 04:00 Uhr, um 05:00 Uhr sitze ich im Auto. Ich parke in der Werkstatt und fahre mit Bahn und Bus zum Flughafen Tegl. Rucksack wiegen, nen Kilo rausnehmen ins Handgepäck und einchecken. Nun heisst es warten, bis der Flug geht. Die Flugdauer bis Göteborg ist mit 1:15 Stunden absolut ueberschaubar. Vom Flughafen Göteborg Landvetter, der etwas ausserhalb liegt, fährt ein Bus „Flygbussen“ direkt zum Hauptbahnhof. Das Ticket kann man im Flughafen direkt am Ausgang fuer 99 SEK am Automaten kaufen. Das ganze wird praktisch mit Kreditkarte bezahlt, wie so ziemlich alles in Schweden. Aber fuer die öffentlichen Verkehrsmittel ist eine Kreditkarte (VISA) Pflicht, denn Bargeld geht hier bis auf wenige Ausnahmen gar nicht. Auf der „Östra Hamngatan 25“ findet man gleich in der Nähe des Hauptbahnhofes und gegenueber von „The Northface“ ein „Naturkompaniet“, den schwedischen Globetrotter. Wer geflogen kommt kann sich hier den „Brennstoff“ kaufen, den er im Flieger nicht mitnehmen konnte. Auch sonst kaufe ich noch einige Kleinigkeiten ein: ein Tagebuch, Feuerzeuge und Tape fuer die Fuesse, das ich vergessen hatte und wieder brauchen werde.Dann geht es mit dem Bus nach Kungälv. Dort steige ich direkt ein in den Bohusleden und mache am Wanderheim im „Fontin“ noch eine Kaffeepause. Dabei warte ich den ersten Regen ab, was aber nicht viel nuetzen wird, denn es wird den gesamten Nachmittag immer wieder regnen. Das Handy habe ich seitdem ich den Flughafen verlassen habe ausgeschaltet. Ich will abschalten, den Zivilisationsstress hinter mir lassen. Ich will in den Tag hineinleben, mich treiben lassen. Aufstehen, wenn ich ausgeschlafen habe und mich ansonsten nach dem Tageslicht richten. Es ist noch lange hell um diese Jahreszeit, so dass ich ausreichend Zeit haben werde mir einen Lagerplatz zu suchen. Gegessen wird, wenn ich Hunger habe und nicht nach der Uhrzeit.

Nach nur etwa 5 gelaufenen Kilometern habe ich dann um 17:00 Uhr mein Lager aufgeschlagen. Gestartet war ich ja erst geg. 13:00 Uhr und nach der Kaffeepause im Fontin regnete es sich richtig ein. Streckenweise kam sogar feiner Hagel, so dass der Weg komplett weiss war von den feinen Körnern. Ich habe dann auf einer Lichtung zwischen zwei Bäumen das Tarp aufgestellt, gekocht und bin schlafen gegangen.

Ich kann euch sagen, in dem Wald war es nachts dunkel, wie in einem Bärenarsch und keine Geräusche!

Aug 122013
 

Nach gut zwei Jahren ist es wieder soweit. Im Juni 2011 war ich eine Woche in Schweden und die ersten 6 Etappen des Bohusleden gelaufen. Für mich als ungeübten Wanderer stellte dieser nicht wirklich schwere Weg eine Herausforderung dar. Und dieser Herausforderung möchte ich mich nun erneut stellen. Morgen, am 13.08.13 geht der Flug nach Göteborg. Ich werde in Kungälv, genau an der Stelle, an der wir damals den Weg beendet haben, wieder einsteigen. Diesmal habe ich 18 Tage Zeit. Es ist noch überhaupt nicht geplant, wie ich die Tage verbringen werde. Klar ist, ich werde anfangen zu laufen, so weit ich komme, so lange ich Lust habe. Grob ist noch ein Aufenthalt in Dalsland an einem See geplant, evtl. mit Paddeln oder einfach nur aufs Wasser gucken…. 😉

 

Die letzten Vorbereitungen scheinen getroffen. Der Rucksack ist gepackt. Heute war ich nochmal bei einem großen Outdoorausstatter….. es ist immer wieder das Selbe, mal eben noch schnell ne Hose holen und Zack ist der Korb voll und 270€ wechseln den Besitzer.  Der Vorsatz, den Rucksack diesmal leichter zu packen scheint gescheitert zu sein. Ich werde ihn nachher nochmal wiegen und sehen, was ich rausschmeißen kann. Viel wird es aber nicht sein. Schließlich laufe ich dieses Mal alleine und so kann man sich Dinge, die man nur einmal braucht, nicht auf die Rucksäcke verteilen.

 

Die amtliche Messung am Flughafen hat ergeben, dass der Rucksack 24 kg wiegt. Das bedeutet, dass ich mit max. 6 Liter Wasser auf etwa 30 kg komme. Das ist eindeutig zu viel und ich muss ganz dringend sehen, was ich hier weglassen und optimieren kann. 

Fortsetzung folgt……

Jun 242012
 

Nun sitze ich hier nach meinem Kardanwellenbruch am Motorrad und warte auf eine Entscheidung des ADAC, wie es denn nun mit der Heimreise weiter gehen wird. Diese Zeit möchte ich nutzen, meine Gedanken zu dem gesponsorten Motorradhelm von HJC niederzuschreiben. Es handelt sich hierbei um das Modell R-PHA 10 im Design PINNA.

Einen ersten optischen Eindruck hatte ich bereits in einem früheren Beitrag vermittelt. Nun soll der Praxistest im harten Norwegeneinsatz zeigen, ob der Helm sich bewährt hat, oder nicht.

Als erstes möchte ich auf das Gewicht eingehen. Mit 1200 gramm merkt man ihn auf dem Kopf so gut wie gar nicht. Wurden andere Helme in der Vergangenheit schwer und verursachten auf Dauer Nackenschmerzen und Verspannungen, merke ich diesen Helm auch nach stundenlangen Touren überhaupt nicht. Er wurde mir niemals schwer oder unangenehm. Das ist deutlich positiv voranzustellen.

Das Innenpolster löst sich manchmal. Es ist mit Druckknöpfen im Helm befestigt, die sich gelegentlich öffnen. Das Polster wieder fest zu montieren erfordert manchmal etwas Gefühl, um die richtige Position zu bekommen. Insgesamt kommt dies aber weniger häufig vor als bei den Klapphelmen, die Carlo und Andreas bekommen haben.

Der Helm wird standardmäßig mit zwei Visieren geliefert. Ein Klarsichtvisir und ein getöntes Visir. Leider wurde nur ein Pinlock mit geliefert, so dass ich ein zweites zusätzlich käuflich erwerben musste. Bisher bin ich nur das getönte Visir gefahren. Ich glaube auch, dass ich dabei bleiben werde. Selbst bei direkter Sonenneinstrahlung ist es gerade noch dunkel genug, so dass man noch ausreichend sieht. Und auch bei Dämmerung oder in beleuchteten Tunneln sieht man ausreichend. Nur bei völliger Finsternis muss man das Visir hochklappen. Allerdings werde ich für diese wirklich seltenen Fälle kein zweites Visir mitführen und auch nicht das ungetönte nur dafür ständig am Helm haben. Für meine Zwecke bin ich mit dem getönten Visir sehr zufrieden. Der Einwand durch Fred, dass das Visir durchaus noch etwas dunkler sein könnte, mag zutreffen. Allerdings wäre dann wohl auch in beleuchteten Tunneln schon Schluß….. ich denke, hier hat man einen guten Kompromiss gefunden.

Die Geräuschentwicklung ist natürlich sehr hoch. Bei dem geringen Gewicht ist es klar, dass am Komfort gespart werden musste. Dabei darf man auch nicht ausser Acht lassen, dass es sich hier um einen Sporthelm und nicht um einen komfortablen Tourenhelm handelt. In Anbetracht des Gewichtes und des eigentlich Einsatzzweckes ist die Geräuschentwicklung vertretbar. Ich war auch auf den langen Norwegentouren nicht übermäßig dadurch belastet oder genervt. Der gewohnte Geräuschkomfort des S1 pro ist mit einem Sporthelm in dieser Gewichtsklasse nicht zu erreichen.

Insofern bin ich sehr zufrieden mit dem Helm. Insebsondere das geringe Gewicht lassen ihn nie zu schwer werden und machen ihn auch für lange Touren zum geeigneten Begleiter. Ich möchte ihn nicht mehr missen. Gegen die Geräusche höre ich halt Musik.

Polarkreis HJC

Die HJC Helme nach dem harten Toureneinsatz am Polarkreis.